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Eulen werden flügge

Plön Eulen werden flügge

Die neue Dekoration ließ die Krokauer Gartenbesitzer kurz stutzen – dann bewegten sich die „Skulpturen“: zwei junge Waldkäuze. Die ein wenig zu früh aus dem Horst gefallenen Küken hatten es zumindest geschafft, einen höher angebrachten Blumentopf beziehungsweise eine Gartenlaterne zu erreichen

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Etwas vorwitzig hatte sich die junge Waldohreule in Plön aus dem schützenden Dickicht gewagt, um mit den beiden Geschwistern oben in der Kastanie die wärmenden Sonnenstrahlen zu nutzen. „Komm mir nicht zu nahe!“ soll das Aufplustern signalisieren.

Quelle: Carsten Pusch

Plön/Krokau. Andere Jungeulen sind in diesen Tagen mangels Flugerfahrung nur zu Fuß unterwegs und könnten Gefahr laufen, von einer Katze erbeutet zu werden.

 Als Fußgänger unterwegs, weil sie beim Herumturnen am Nest offenbar das Gleichgewicht verloren hatte, war zum Beispiel auch eine junge Waldohreule in Plön. Die verhielt sich allerdings nicht so ruhig wie die Käuzchen, sondern fauchte jeden an, der ihr zur nahe kam. Auch ihr war es im Kinderzimmer zu eng geworden, was angesichts ihrer Größe und zweier Geschwister nicht verwunderlich ist.

 Immer wieder werden junge Eulen von tierlieben Menschen in den Umweltberatungsstellen oder bei der Wildtierstation in Preetz abgegeben. Fast immer verursacht diese gutgemeinte Tierliebe aber das genaue Gegenteil, warnt der Umweltberater des Naturschutzbundes Nabu, Carsten Pusch: „Die Jungvögel werden weiter von ihren Eltern gefüttert, aber erst in der Dämmerung. Daher die Bitte, junge Eulen dort zu lassen, wo sie gefunden wurden. Damit bleibt der Kontakt zwischen den Eltern- und Jungvögeln erhalten.“ Für die Überlebenschancen der Vögel sei dies die beste Möglichkeit.

 Nur falls die Küken gefährdet seien, weil Katze oder Hund schon ein Auge auf die flugunfähigen Vögel geworfen haben, sollten sie aufgenommen und ganz in der Nähe im Schutz von Sträuchern oder an von Efeu umrankten Bäumen abgesetzt werden. Und das bei aller gebotenen Vorsicht, weil auch die Jungvögel schon scharfe Krallen haben.

 So Mitleid erweckend der Anblick der flugunfähigen Eulen mit ihren großen Augen auch sein mag: Die Vogelkundler (Ornithologen) freuen sich, weil sie in diesen Tagen das Vorkommen der sonst ausgesprochen heimlich lebenden Eulen genauer registrieren können. Nabu und die ornithologische Arbeitsgemeinschaft bitten die Bevölkerung um Mithilfe bei der Erfassung der Vorkommen der heimischen Eulenarten: „Wir freuen uns über jede Meldung von Eulenvorkommen, um einen Überblick über die Entwicklung unser heimlichen Vögel zu bekommen“, so Bernd Koop von der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft. Über Sichtungen von Eulenküken aus dem Kreisgebiet freut sich Carsten Pusch per E-Mail an carsten. pusch@nabu-sh.de oder unter Tel. 04522/2173.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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