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Pläne für das „Strandhaus“

Plön Pläne für das „Strandhaus“

Der Verfall des Ausflugslokals „Strandhaus“ an der Plöner Fegetasche schreitet unübersehbar voran. 2009 schloss die Stadt den gastronomischen Betrieb, den sie vor 26 Jahren erworben hatte. Jetzt aber verhandelt die Stadt nach Informationen von KN-online mit einem Investor.

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Goldgrube oder Groschengrab? Das städtische Strandhaus verfällt trotz bester Lage am und im Großen Plöner See.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Zur Geschichte: 1953/54 schloss ein Berliner Unternehmer einen Erbbaurechtsvertrag ab und errichtete auf der gepachteten städtischen Fläche das Strandhaus als „Restaurant und Erfrischungshalle“. Die Gaststätte im Erdgeschoss wies eine Grundfläche von 190 Quadratmetern auf. In der ersten Etage entstanden eine 58 Quadratmeter große Wohnung, in die ein Plöner Gastwirt einzog, der den Betrieb mietete, sowie eine Dachterrasse. 1961 wurde eine Baugenehmigung zur Erweiterung des Gebäudes für drei Gästezimmer erteilt. In dem Anbau fanden drei Doppel- und zwei Einzelzimmer Platz. Durch die Integration der Terrasse und weitere Umbauten im Laufe der Jahre beträgt die aktuelle Gebäudenutzfläche etwa 580 Quadratmeter.

 1985 stellte der Bauausschuss allerdings fest, dass hinsichtlich der Nutzung als Hotel ein Bebauungsplan erstellt werden müsste. Das Verfahren zog sich hin. Nach dem Auslaufen des Pachtvertrages 1989 übte die Stadt ihr Vorkaufsrecht aus und erwarb das Gebäude samt Inventar für 527000 DM (rund 270000 Euro). Erste Überlegungen, das zusammengestückelte Haus durch einen Hotelneubau zu ersetzen, wurden angestellt und verworfen. Die Stadt verpachtete die Gastronomie bis 2009 an verschiedene Interessenten, während der Stadtentwicklungsausschuss die Idee einer touristischen Aufwertung des gesamten Areals zwischen Ölmühle und Fegetasche verfolgte. Die Pläne für eine Hotelanlage mit Wellnessressort (2002) und eines Apartmenthotels mit Spaßbad (2004) erwiesen sich als Luftschlösser.

 Jüngstes und anscheinend realistisches Ziel der Stadtentwickler ist eine kleine Pension mit Gastronomie und Biergarten am und auf dem Wasser. Inspiriert wurde diese Idee vom Seepavillon in der Plöner Stadtbucht, der durch Umbau, Modernisierung und Erweiterung mit einer begehbaren Steganlage zur Seeperle wurde.

 Dieser Wunsch könnte nun in Erfüllung gehen. Der Käufer oder Pächter müsste allerdings einiges investieren. Fenster, Türen und Fassade sind dringend renovierungsbedürftig. Und für die erneute Erteilung einer Konzession müssten wohl auch die Küche und sanitären Einrichtung von Grund auf erneuert werden. Die Standfestigkeit des direkt ans Ufer gebauten Hauses ist trotz der Erosion durch Wellenschlag in den vergangenen sechs Jahrzehnten laut eines Gutachtens in Ordnung.

 Das gesamte Grundstück, das die Stadt zum Verkauf anbieten kann, ist rund 1000 Quadratmeter groß. Vielleicht dauert es ja nicht mehr allzu lange, bis die ersten Besucher den Sonnenuntergang über dem See erleben können. Dieses Privileg genießen derzeit der Shanty-Chor Windjammer und die Teilnehmer des Tanztees, die sich dienstags und sonntags zum Proben und Schwofen im großen Saal treffen.

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Ein Artikel von
Dirk Schneider

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