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Plön ist reicher als gedacht

Doppelte Buchführung Plön ist reicher als gedacht

Auch wenn die Haushaltszahlen seit Jahren ein dickes Minus ausweisen: In der Theorie und in der Doppik ist Plön etwas reicher als gedacht. Laut der Eröffnungsbilanz für das Jahr 2009 besitzt die Stadt ein Vermögen in Höhe von 43,039 Euro. Den Verbindlichkeiten über 12,349 Millionen Euro steht ein Eigenkapital in Höhe von 13,773 Millionen Euro gegenüber.

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Der Platz zwischen dem Plöner Kreismuseum und der Johanniskirche, der durch die Pflasterung der ehemaligen Ortsdurchfahrt für 121000 entstanden ist, hat einen Restwert von 29400 Euro.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Bis auf den Cent genau weist das umfangreiche Zahlenwerk den Wert des gesamten Eigentums von Büromöbeln über Computer und Fahrzeuge bis zu Immobilien aus.

Für die umfangreiche Bestandsaufnahme haben Stadtkämmerer Nikolas Titze und Nicole Wenz als Fachfrau für das neue kommunale Rechnungswesen sämtlichen Besitz der Stadt aufgelistet und bewertet. Gerade Letzteres habe sich oft als schwierig erwiesen, berichtet Nicole Wenz. Denn wie taxiert man den Preis eines Wanderwegs, eines Bootsanlegers oder eines Springbrunnens?

 Das Rathausgebäude – ohne Inventar – schlägt beispielsweise mit 905000 Euro zu Buche. Für den Platz rund um die Friedenseiche zwischen Kreismuseum und Johanniskirche ermittelte Nicole Wenz einen Restwert von 29400 Euro. 1982 hatte die Stadt umgerechnet 121000 Euro für die Pflasterung der ehemaligen Bundesstraße aufgewendet.

 Wie sehr Investitionen den Zeitwert von Immobilien verändern können, macht ein Blick auf die Schwimmhalle deutlich. Mit der Schließung und einer Sonderabschreibung im Jahr 2008 war die damals marode Einrichtung, die 1973 für umgerechnet 2,14 Millionen Euro gebaut worden war, noch 398000 Euro Wert. Nach teurer Modernisierung und Wiedereröffnung ist das Plönbad aktuell mit über sechs Millionen Euro wohl der größte Einzelposten in der Bilanz. Eine Schätzung, denn die genauen Summen würden noch berechnet. „Auf Basis der Eröffnungsbilanz“, die mangels entsprechender Listen eine zeitraubende Fleißarbeit gewesen sei, „wollen wir pro Jahr zwei bis drei Abschlüsse erstellen, bis wir 2017 auf Stand sind“, erklärte Bürgermeister Jens Paustian.

 Bis dahin wird die Drehleiter der Feuerwehr, die 2004 für 432000 Euro angeschafft wurde fast vollständig abgeschrieben. 2009 betrug deren Buchungswert noch 293000 Euro, aktuell wird das Fahrzeug mit 115000 Euro ausgewiesen. In vier Jahren wird das Spezialfahrzeug offiziell mit nur noch einem Euro veranschlagt. „Dieses Beispiel zeigt, dass in der Bilanz sogar noch stille Reserven versteckt sind, denn der tatsächliche Restwert der Drehleiter ist natürlich viel höher“, stellte Titze fest.

 Trotz dieser kleinen Widersprüche sei die Doppik ein gutes Instrument, um einen guten Überblick für die Finanzsituation zu erhalten und notwendige Investitionen zu planen. Der wichtigste Gradmesser sei dabei das Eigenkapital, um eine Überschuldung zu Lasten kommender Generationen zu verhindern, betonten Paustian und Titze. Denn Plöns eigentliches Problem seien die Fehlbeträge der Zukunft, auf die man so besser reagieren könne, so Titze.

 Bei allen Veränderungen gebe es auch einen beständigen Posten, verrät Nicole Wenz. „Die Bürgermeisterkette aus massivem Silber, die 1977 von Kreispräsident Günther Röhl gestiftet wurde, verliert nicht an Wert und wird auch nicht abgeschrieben, sondern läuft mit 4500 Euro durch alle Bilanzen.“

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