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Schlechte Nachricht vom Gutachter

Rotbuchen Schlechte Nachricht vom Gutachter

Wenn es um das Schicksal stattlicher alter Bäume geht, kann man schon mal rotsehen – das jüngste Beispiel in Plön sind die drei Rotbuchen an der Straße Am Schwanensee. Sie stehen mitten im Gebiet des Bebauungsplans „Gerberhof“, müssten nach Meinung eines Experten aber schnellstmöglich gefällt werden.

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Die rund 130 Jahre alten Rotbuchen auf dem Gelände des ehemaligen Getränkehandels Junghans & Söhne in der Straße Am Schwanensee wirken auch unbelaubt noch recht vital. Ein unabhängiger Sachverständiger empfiehlt jedoch die sofortige Fällung.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Ein unabhängiger Gutachter sollte im Beisein einiger Verwaltungsmitarbeiter eigentlich nur prüfen, in welchem Abstand eine kleine Stichstraße (vom Gänsemarkt aus über das Gelände des ehemaligen Getränkehandels Junghans & Söhne in Richtung der Straße Am Schwanensee) an den Bäumen vorbeiführen kann, um das von Carsten Nemitz geplante Wohn- und Geschäftsviertel für Müll- und Feuerlöschfahrzeuge zu erschließen.

 Doch es kam völlig anders: „Der vereidigte Sachverständige kriegte große Augen, als er sich die Buchen näher anschaute“, berichtete die Leiterin des städtischen Bauamtes, Jutta Kricheldorff, den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. Angesichts deutlich sichtbarer Fruchtkörper eines Pilzes, des Riesenporlings, habe der Experte die Standsicherheit der 130 Jahre alten Bäume infrage gestellt, weil der Pilz das Wurzelwerk von unten heraus weitgehend zerstört habe. Kricheldorff: „Wir kamen völlig perplex vom Ortstermin zurück, das tut uns in der Seele weh.“

 Ausschussvorsitzender Bernd Möller (SPD) fand es „bedauerlich, dass der Umweltbeauftragte Achim Kuhnt bei dem Ortstermin nicht dabei war“. Kuhnt nahm den Ball auf und machte seiner maßlosen Verärgerung Luft: „Die Entscheidung, diese unglaublichen Baumriesen zu fällen, ist offenbar schon gefallen, bevor ich den Fällantrag gesehen habe! Ich zweifele das Gutachten des unabhängigen Sachverständigen zwar nicht an, hätte aber gerne eine zweite Meinung. Wenn ein Arzt bei mir eine schwere Erkrankung feststellt, konsultiere ich doch auch einen weiteren Experten.“ Auch wenn im Ausschuss eher Skepsis vorherrschte, ob die Bäume zu retten sind, war man sich einig, eine zweite Expertise einzuholen. „Das würde Vorurteile entkräften, die jetzt schnell bei der Hand wären“, so Möller im Blick auf mögliche Änderungen des Bebauungsplanes: Falls die Baumgruppe wegfällt, stünden nämlich zusätzlich 540 Quadratmeter für den Bau weiterer Wohneinheiten zur Verfügung. Völlig ungeplant, wie Wolfgang Homeyer vom städtischen Bauamt unterstrich: „Die Bäume standen nie zur Disposition, und das hatte der Investor so auch akzeptiert!“

 Bevor ein zweites Gutachten vorliegt, liegt der Bebauungsplan auf Eis. Aller Voraussicht nach verzögert sich das städtebaulich willkommene Bauvorhaben aber nur kurz: Ein zügig eingeholtes zweites Baumgutachten vorausgesetzt, könnten die Pläne mit dann zusätzlichen Gebäuden und einer geraden Stichstraße, aber eben mit drei stattlichen Bäumen weniger, einer Sondersitzung am Mittwoch, 2. März (18 Uhr, Rathaus), die nächste Hürde nehmen.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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