25 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
Schloss braucht neuen Anstrich

Plön Schloss braucht neuen Anstrich

Touristen können die wahre Schönheit des Plöner Schlosses aktuell nur erahnen. Urlaubsfotos erinnern ein Stück weit an Christos Kunstwerke. Die markante Süd- beziehungsweise Seeseite und der Ostflügel sind eingerüstet und hinter großen Netzwänden verborgen. Hinter dem Vorhang sind zahlreiche Handwerker damit beschäftigt, die Fassade zu sanieren.

Voriger Artikel
Polizeistation hat neuen Leiter
Nächster Artikel
Strafe für „Zuspät-Eltern“

Die Südseite, der Ostflügel und der Innenhof des Plöner Schlosses sind vollständig eingerüstet.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Ein Blick hinter die Kulissen verrät, dass die Instandsetzung weit über normale Schönheitsreparaturen hinausgeht. „Die exponierte Lage bei Wind und Wetter sowie das Alter und die Größe des Schlosses führen dazu, dass ein deutlich höherer Pflegeaufwand als bei modernen Gebäuden einkalkuliert werden muss“, erläuterte der Projektleiter der Fielmann AG, Marcus Diedrich. Vor allem die historischen Baumaterialien bedürften einer kontinuierlichen Unterhaltung. So haben sich in dem Außenwandputz aus Muschelkalk, der bei der Restaurierung 2002 bis 2006 neu aufgebracht worden war, Risse gebildet. Ursache seien extreme Wettereinflüsse einerseits sowie Spannungen in dem bis zu 1,40 Meter dicken Mauerwerk andererseits, so Diedrich. Insbesondere an den Fenstern komme es durch die Temperaturwechsel und Feuchtigkeit dabei zu größeren Abplatzungen.

 Vor allem die Wetterschenkel, die nach historischem Vorbild in den Putz mit eingelassen worden waren, wiesen nicht nur große Schäden auf, sondern sorgten zugleich dafür, dass Regenwasser in die Verbindung zwischen Putz und Mauerwerk einsickerte, stellte Architekt Niels Janiak fest. Dieser aus heutiger Sicht konstruktive Mangel werde nun mit Einwilligung der Denkmalpflege an allen 300 Holzfenstern sowie den elf Türen behoben. Auch die 500 Meter laufenden Dachsimse aus Holz werden geprüft und wie die Fensterrahmen und Türzargen abgeschliffen und neu lackiert.

 Risse und Fehlstellen im bis zu fünf Zentimeter starken Putz würden Schicht für Schicht erneuert. „Bei einer Trocknungszeit von einem Millimeter pro Tag kann dies allein schon fast zwei Monate in Anspruch nehmen. Parallel dazu wird die Außenhaut gründlich gereinigt. „Ein starker Befall von Kleinstorganismen, die sich im Laufe der Jahre auf der offenen Oberfläche angesiedelt haben, sorgt für Veralgungen und Vergrünungen“, so Diedrich.

 Zum Abschluss erhält die etwa 3500 Quadratmeter große Fassade dann den weißen Anstrich. Die diffusionsoffene (atmungsaktive) Silikatfarbe – insgesamt werden etwa 1700 Liter verstrichen – soll die Fielmann-Akademie ab Oktober wieder in einem strahlenden, leicht gebrochenen Weißton leuchten lassen.

 Zuvor muss aber das Gerüst noch einmal versetzt werden. Ab August sollen die Nordseite und der Westflügel in einem zweiten Bauabschnitt saniert werden.

 Bereits abgeschlossen ist die Reinigung des 3600 Quadratmeter großen Schieferdachs durch eine Spezialfirma.

 Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen, die im Oktober 2015 abgeschlossen sein sollen, schätzen die beiden Fachleute auf rund 600000 Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Dirk Schneider

Events: Kreis Plön

Veranstaltungen im
Kreis Plön - Aktuelle
Termine, News, Infos

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3