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Projekt vertagt

Plöner irritiert über Rathjensdorf Projekt vertagt

Eine kleine Gesprächsnotiz, die in den Akten des Plöner Kreisbauamts aufgetaucht ist, entfaltet eine große Wirkung. Der Stadtentwicklungsausschuss in Plön vertagte die Beratungen über die Aufstellungsbeschlüsse für die Bauleitplanung, die das Projekt Seewiesen betreffen.

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Am Hörn in der Mitte von Rathjensdorf ist hinter der Reetdachkate auf der Stummkoppel (links) und dem Gänshof (rechts) ein Neubaugebiet angedacht.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Flächennutzung- und Landschaftsplan für das Areal, das ab 1. Juli Wohngebiet Am Trammer See Plön/Rathjensdorf heißen soll, sind erstmal auf Eis gelegt. Die Plöner Ausschussmitglieder reagierten damit auf einen Sachstandsbericht, dass zumindest mit dem Wissen der Gemeinde Rathjensdorf im Bereich Alte Dorfstraße/Hörn ein neues Baugebiet für Einfamilien-Wohnhaus-Grundstücke entwickelt werde.

 In der E-Mail, die an das Amt Großer Plöner See adressiert ist und laut Vermerk an diverse Empfänger weitergeleitet wurde, listet der Projektentwickler – dessen Name aus Datenschutzgründen geschwärzt wurde – auf, dass auf dem Gelände Gänsehof und Stummkoppel insgesamt 22 Grundstücke mit 600 bis 700 Quadratmetern Größe in zwei Realisierungsphasen erschlossen werden könnten. Die entsprechenden Kosten würden derzeit ermittelt, Boden- und Immissionsschutzgutachten seien in Auftrag gegeben, so dass der Baubeginn für die Phase 1 mit zwölf Einfamilienhäusern 2017 erfolgen könne. „In der Annahme, dass diese Untersuchungen eine marktgerechte Realisierung erkennen lassen, werden wir oder der Grundstückseigentümer die Gemeinde Rathjensdorf bitten, das notwendige Bauleitverfahren durchzuführen“, kündigt der Planer an. In der Beschreibung der bisherigen Vorgehensweise bezieht sich der Schreiber auf ein Vorgespräch mit Rathjensdorfs Bürgermeister Uwe Koch am 15. Oktober 2015, ein weiteres Gespräch mit dem Eigentümer und eine Planungsphase mit mehreren Entwurfsvarianten bis zum 10. Dezember 2015.

 Dieses zusätzliche Rathjensdorfer Planungsvorhaben sorgt im Stadtentwicklungsausschuss für erhebliche Irritationen. Denn aus rechtlicher, landesplanerischer Sicht dürfe Rathjensdorf nur eine begrenzte Zahl an neuen Baugrundstücken ausweisen und diese würde in jedem der beiden Projekte überschritten, analysierte Detlef Erdtmann (FWG). „Die Gemeindevertretung ist jetzt verpflichtet zu sagen, was sie eigentlich will. Im Dorf ausbauen oder die Seewiesen weiterverfolgen.“

 Plöns Bauamtsleiterin Jutta Kricheldorff stellte fest, dass diese neue Rathjensdorfer Planung der Stadt nicht bekannt sei. „Die Gemeinde hat noch keinen Aufstellungsbeschluss gefasst.“ Rein formal stehe einer weiteren Beratung des Seewiesenprojekts nichts entgegen. „Ansonsten finde ich es auch komisch “, kommentierte sie den Vorgang.

 Auf der Suche nach einer Erklärung mutmaßte Plöns Bürgermeister Jens Paustian, dass „es sich um einen angedachten Plan B handelt, falls das mit den Seewiesen nicht mehr klappt“.

 Genau dies sei die logische Konsequenz schlussfolgerte Ingo Buth (fraktionslos). „Die Notiz beweist, dass die alte Innenraumpotenzialanalyse, in der Rathjensdorf lediglich drei neue Baugrundstücke in den Dorfschaften erschließen könne, falsch ist.“ Genau dies sei aber die rechtliche Grundlage für das interkommunale Wohngebiet auf der grünen Wiese am Trammer See gewesen, die jetzt entfalle. Und da die Ortsverdichtung prinzipiell Vorrang vor der Landschaftszersiedelung habe, sollte man das Seewiesenprojekt endgültig zu den Akten legen.

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