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Zeitreise im alten Atombunker

Pohnsdorf Zeitreise im alten Atombunker

Eine spannende Entdeckungsreise in die Zeit des Kalten Krieges unternahmen ein Mädchen und mehrere Jungen im Rahmen des Ferienpasses der Gemeinden Pohnsdorf, Postfeld und Honigsee. Sie besichtigten mit Detlev Blunk vom Hof Hörnsee einen ehemaligen Atombunker, den er vor zwei Jahren gekauft hat.

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Eine dicke Betonplatte liegt auf dem ehemaligen Atombunker, den Landwirt Detlev Blunk zusammen mit den Teilnehmern der Ferienpass-Aktion besichtigt.

Quelle: Silke Rönnau

Pohnsdorf. Die Atombunker seien in den 50er-Jahren gebaut worden, weil man damals Angst vor einem neuen Krieg hatte, erzählt Blunk den Teilnehmern. Wenn eine Atombombe gezündet werde, falle die gesamte Elektrik aus. Deshalb seien deutschlandweit Bunker eingerichtet worden, die über Erdkabel miteinander verbunden seien. So konnten sie direkt miteinander kommunizieren. „Wir können froh sein, dass die Bunker heute in dieser Form nicht mehr benötigt werden“, betont er.

Irgendwann habe die Telekom die Anlage übernommen, dann ein Immobilienverwalter, bevor Blunk das Bauwerk gekauft hatte, weil es an sein Grundstück angrenzt. Was er damit machen will, weiß er noch nicht.

Erst in die Entgiftungsanlage

Im Eingangsbereich habe es früher viele Filteranlagen gegeben, damit keine Radioaktivität in die Raumluft gelange, so Blunk. „Die inneren Räume durften im Notfall nur durch eine Entgiftungsanlage betreten werden“, zeigt er auf eine Dusche an der Wand. Ein Blockheizkraftwerk habe das Gebäude mit Strom versorgt. Drei bis vier Personen sollen im Bunker gearbeitet haben. Es konnten aber auch mehr untergebracht werden, wie man an den zwölf Etagenbetten sehen kann. „Leider haben wir noch keinen gefunden, der hier mal tätig war“, bedauert Blunk.

Im Dunkeln leuchtet phosphoreszierend ein Schild mit „Hinweisen für den Schutzfall“. Auf einem Tisch liegt noch ein Telefonbuch von 1992/93. Viele Schaltschränke stehen noch, anderen sind schon abgebaut. An der Decke verlaufen große Lüftungsrohre. In einem Raum stehen neben den zwölf Pritschen auch Stühle. Warum sie zum Teil aber an der Wand befestigte Kopfstützen haben, weiß Blunk nicht.

Langsam geht die Gruppe wieder nach draußen. Blunk zählt vorsichtshalber noch mal alle durch, bevor er wieder abschließt. Im warmen Sonnenschein wirft er einen Blick zurück auf den fast verborgenen Beton-Koloss. „Es ist irgendwie unvorstellbar, dass Menschen dort den ganzen Tag gearbeitet haben“, meint er.

Eine Gruppe von Mädchen und Jungen besichtigte im Rahmen des Ferienpasses einen ehemaligen Atombunker auf Hof Hörnsee.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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