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15-Jähriger gibt Verwüstung zu

Brand im Förderzentrum 15-Jähriger gibt Verwüstung zu

Der Fall der verwüsteten Schule am Kührener Berg in Preetz scheint aufgeklärt. Fünf Tage nach der Tat ermittelte die Polizei zwei 15-Jährige, die für die Randale und die Brandstiftung in dem Gebäude verantwortlich sein sollen. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf mittlerweile 200 000 Euro. Es könnte aber noch teurer werden.

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An dem Förderzentrum entstand nach derzeitigen Schätzungen ein Sachschaden von bis zu 200.000 Euro.

Quelle: Dirk Schneider

Preetz. Ein dreiköpfiges Ermittlerteam der Polizei mit Beamten aus Plön, Preetz und Schwentinental arbeitete intensiv an der Aufklärung des Falles, der landesweit Empörung über das Ausmaß der Zerstörungen in der Behinderteneinrichtung ausgelöst hatte. Der Verdacht stand im Raum, dass die Täter es gezielt auf Förderzentren für Behinderte abgesehen haben könnten. In Preetz hatte es bereits im vergangenen Jahr zwei ähnliche Fälle von Brandstiftung gegeben.

Die Polizisten kamen einem 15-jährigen Preetzer auf die Spur, der bei seiner Vernehmung am Donnerstagabend ein umfassendes Geständnis ablegte. Bei der Durchsuchung seines Zimmers stellten Beamte Beweismaterial sicher. Wie sie auf den Jugendlichen aufmerksam geworden war und um welche Beweise es sich handelt, teilte die Polizei nicht mit.

Der Preetzer, der noch nichts mit den Behörden zu tun hatte, will die Tat zusammen mit einen gleichaltrigen Bekannten aus Schwentinental begangen haben. Dieser Junge, der in der Vergangenheit bereits mehrfach auffällig geworden war, schwieg bislang zu den Vorwürfen. Die Polizei prüft, ob es noch weitere Mittäter gegeben hat.

Der Kreis Plön und die Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen, die die Schule betreiben, bleiben vermutlich auf einem Teil des Schadens sitzen. Die Summe ist mittlerweile deutlich höher als die zunächst angenommenen 120 000 Euro. Nach Angaben des Kreises zahlt die Versicherung für Schäden aus Vandalismus maximal 40 000 Euro. Zumindest einen weiteren Teil der Kosten trägt die Feuerversicherung für das Gebäude. Die Täter hatten in einem Therapieraum Feuer gelegt und medizinische Geräte zerstört.

Teuer gestalteten sich besonders die Aufräumarbeiten, weil die Randalierer den Inhalt von zehn Feuerlöschern in den Fluren und der Turnhalle versprüht hatten. Das Pulver gelangte über die Lüftung in alle Räume der Schule und drang in Computer, medizinische Hilfsmittel und Hygieneartikel ein. Bis zu 80 Reinigungskräfte waren vor allem damit beschäftigt, das aggressive Löschpulver aufzunehmen. Die Säuberung der Turnhalle stellt die Kräfte vor besondere Herausforderungen. Es wird überlegt, die gesamte Holzverkleidung der Wände abzunehmen, um an Pulverreste heranzukommen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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Förderschule Preetz
Foto: Das Inventar im Raum der Sinne, in denen Wahrnehmungsübungen auf speziellen medizinischen Matten, Netzen, Liegen und Schaukeln erfolgen, wurde durch einen Schwelbrand vollständig zerstört.

Unbekannte Täter haben am Sonnabend in den späten Abendstunden Feuer in der Schule am Kührener Berg in Preetz gelegt und in den Räumen randaliert. Die Flammen in einem Therapiezimmer der Einrichtung waren aber bereits bei Eintreffen der Polizei erloschen. Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens 120 000 Euro. Der Preetzer Bürgermeister Wolfgang Schneider spricht von einem „Anschlag“.

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