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Kein Grund zur Panik

Polizeipräsenz und Bürgerängste Kein Grund zur Panik

Aufmerksamkeit ja – Panik nein! Unter diesem Motto hatte die SPD zur Diskussion über innere Sicherheit eingeladen. Fazit der Veranstaltung: Zur Panik gibt es keinen Grund. Schon gar nicht im Kreis Plön.

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Polizeistreifen erhöhen die gefühlte Sicherheit.

Quelle: Dirk Schneider

Schwentinental. Revierleiter Michael Martins macht derzeit eine überraschende Erfahrung. Seit Tagen zieht er mit Zahlenmaterial durch den Kreis und bietet „Bürgersprechstunden“ an. Vorzugsweise in den Orten, die bei der jüngsten Strukturreform ihre Polizeistationen verloren haben, möchte er die Sicherheitslage erörtern. Die Resonanz hielt sich bislang in Grenzen: In Heikendorf und Kirchbarkau etwa konnte Martins die Besucher an einer Hand abzählen. In Ascheberg kamen immerhin fast 50 Menschen – allerdings im Rahmen einer turnusmäßigen Einwohnerversammlung.

 Im Hotel Rosenheim in Schwentinental traf er nun auf Fachpublikum aus den Bereichen Politik und Polizei. Gemeinsam spürte man einem Phantom nach, das angeblich die Menschen beunruhigt: „Wir erleben eine sehr kritische Diskussion über die Sicherheitslage im Kreis Plön“, sagte Martins. „Die objektive Betrachtung gibt das jedoch nicht her.“

 Der Revierleiter nannte Zahlen: Mit 4611 Straftaten je 100 000 Einwohner sei der Kreis Plön sicheres Schlusslicht in Schleswig-Holstein. Zum Vergleich: Die Landeshauptstadt Kiel hatte im vergangenen Jahr eine Quote von rund 10 000, Neumünster sogar über 22 000.

 Die landläufige Meinung, dass Flüchtlinge die Kriminalität ansteigen ließen, könne er nicht bestätigen. „Im Jahr 2015 hatten wir 1486 Flüchtlinge im Kreis, es gab keine auffälligen Straftaten.“ Das gelte auch für die größeren Kontingente in Salzau und Lütjenburg. Die Flut von Wohnungseinbrüchen im Bereich Heikendorf/Mönkeberg sei schlagartig abgebrochen, als in Kiel eine mutmaßliche Tätergruppe festgenommen wurde.

 Also alles friedlich im Kreise Plön? Sind ländliche Polizeistationen etwas für Romantiker, wie ein Zuhörer meinte, oder ein Faktor für „gefühlte Sicherheit“ (Martins)? Für die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lange, selbst Kriminalbeamtin, ist die Konzentration von Dienststellen „kein Teufelswerk“. Sie berichtete von guten Erfahrungen im Bereich Schleswig-Flensburg: „Die Beamten sind öfter auf der Straße und schneller vor Ort.“ Ihre Fraktionskollegin Regina Poersch fragte: „Trägt ein Polizist, der Streife läuft, zur Prävention bei?“ Für Revierleiter Martins ein zwiespältiger Gedanke: Einerseits werde „das Sicherheitsgefühl verstärkt“, Straftaten dadurch aber nicht unbedingt verhindert. In Mönkeberg und Heikendorf seien zeitweise rund 50 Beamte im Einsatz gewesen, doch die Einbruchserie ging weiter. „Aber die Aufregung in der Bevölkerung legte sich sofort, als Streifenwagen durch die Straßen fuhren“, berichtete ein Heikendorfer im Publikum.

 Torsten Jäger vom Vorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP) legte Wert auf die „örtliche Verbundenheit“ der Beamten. SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Lutz Schlünsen rechnete vor: 40 Stellen seien der Polizei im Kreis Plön in den letzten Jahren gestrichen worden. „Das Verhindern von Straftaten ist eben nicht messbar“, befand GdP-Geschäftsführer Karl-Hermann Rehr.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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