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Postsee Hilfe ist in Sicht

„Der Postsee ist in keinem guten Zustand“, sagt Gudrun Plambeck vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek. Auf einer Skala von 1 bis 5 erhält der See nur die Note 4 – „unbefriedigend“. Verbesserung erhofft sich das LLUR von einer Aufrüstung der Kläranlagen.

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Der Postsee wirkt oft idyllisch, aber er leidet an einem zu hohen Nährstoffgehalt im Wasser.

Quelle: Andrea Seliger

Preetz/Flintbek. Konkret betrifft das Kühren, Honigsee, Nettelsee, Löptin und Boksee, denn in den Postsee fließen die Nettelau, die Alte Schwentine (Kührener Au) und die Honigau. Die Gemeinden sollen nun über den Einbau einer sogenannten Phosphat-Fällungsanlage beraten. Dabei wird das im Abwasser vorhandene Phosphat mit einem Hilfsmittel, meist Eisendreichlorid, gebunden und dem Wasserkreislauf entzogen. Die Kläranlage von Anlieger Postfeld verfügt bereits über eine solche Fällung. Pohnsdorf ist an die Preetzer Kläranlage angebunden, die nicht am See, sondern am Fluss liegt.

 Der Postsee ist kein Einzelfall: Fast alle Seen Schleswig-Holsteins haben dasselbe Problem. Zu den wenigen positiven Ausnahmen zählen der Selenter See und der Schöhsee. „Wir haben die Gewässer geprüft und uns gefragt: Wo machen Maßnahmen auch wirtschaftlich Sinn?“, erklärt Plambeck. Im Blick hatte das LLUR vor allem Seen, bei denen mehr als 20 Prozent der Nährstoffe über Kläranlagen eingetragen werden, denn diese sind bekanntermaßen nicht die einzigen Verursacher. Im Postsee liegt die Quote sogar noch etwas darunter, doch die Rahmenbedingungen im Einzugsbereich seien dort besonders günstig: „Bei diesem Kläranlagentyp kann das sinnvoll sein.“ Die Gemeinden betreiben alle Kompaktanlagen eines ähnlichen Modells. Das Konzept wurde gemeinsam mit der Kreiswasserbehörde entwickelt, die auch Aufsichtsbehörde für die Anlagen ist.

 Kühren und Nettelsee haben dem Vorschlag bereits zugestimmt. Sie erhalten dafür Zuschüsse und können künftig auch bei der Abwasserabgabe sparen. Diese wird abhängig von der Einleitung jährlich an das Land gezahlt, das davon Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität finanziert. Rechtlicher Hintergrund dafür ist die Wasserrahmenrichtlinie der EU.

 Mit der Eignung als Badegewässer hat der Nährstoffgehalt nur bedingt zu tun: „Nährstoffe sind nicht giftig“, so Plambeck. Die Qualität werde vor allem an der Bakterienmenge gemessen. Ein zu hoher Nährstoffgehalt sorge aber für übermäßig starkes Algenwachstum, das das Wasser trübe. Das störe nicht nur manche Badegäste, sondern raube der Unterwasservegetation Licht und Sauerstoff. Empfindlichere Arten hätten so keine Chance mehr. „Es geht um den See als Lebensraum“, erklärt Plambeck.

 Mittelfristig will das LLUR auch an den weiteren Ursachen für den Nährstoffeintrag im Postsee ansetzen. Geplant ist beispielsweise eine fachliche Beratung der Landwirte. Am Bothkamper See ist man schon ein bisschen weiter: „Dort läuft diese Unterstützung nun langsam an“, so Plambeck.

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