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Angriff auf Schafe „kein Einzelfall“

Preetz Angriff auf Schafe „kein Einzelfall“

Sieben vom Aussterben bedrohte Schafe sind, wie berichtet, in Preetz vermutlich nach einer Hetzjagd durch Hunde verendet. Kein Einzelfall, erklärt dazu der Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter. In den sozialen Netzwerken herrscht über den Vorfall Entsetzen.

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Aus einem hüfttiefen Wassergraben hat Gernot van Hagen versucht, seine Schafe an der Weide Wakendorfer Straße zu retten.

Quelle: Claudia Josefus-Szellas

Preetz. „Ich wüsste nicht einen Schäfer, der nicht schon Probleme mit freilaufenden Hunden in seiner Schafherde gehabt hat“, sagt Janine Bruser, Geschäftsführerin des Züchterverbandes. „In den Schafen ist die Panik drin wie in dem Hund der Jagdinstinkt“, erläutert sie. „Wir appellieren immer wieder an die Hundebesitzer, ihre Vierbeiner bei Schafherden angeleint zu lassen.“ Dieses Problem bestehe seit Jahrzehnten und sei schwer in den Griff zu bekommen. „Jeder Schäfer ist selbst Hundeliebhaber. Es geht nicht gegen die Hunde an sich, sondern dagegen, dass hier nach einer Jagd viel mehr Schaden entstehen kann, als viele sich vielleicht vorstellen können.“

 Besonders schlimm sei so ein Vorfall in der Zeit, wenn die Tiere trächtig sind, zwischen Februar und April – Fehlgeburten seien nach so einem Erlebnis zu erwarten. Der betroffene Schafzüchter rechnet ebenfalls mit bis zu zwölf Fehlgeburten in seiner Herde.

 Auch in dem sozialen Netzwerk Facebook diskutieren viele Nutzer über dieses Thema. „Den Hunden kann man nicht böse sein, aber dafür den Hundehaltern, die ihre Hunde unangeleint dort herumrennen lassen“, schreibt eine Nutzerin. Sie sehe dies auch immer wieder im Wehrbergpark in Preetz, wo Leinenzwang herrsche. „Die armen Tiere“, „So was Gemeines“, „Wie schrecklich“, „Tut mir sehr leid um die Schafe“ und „Kein Tier hat es verdient, zu Tode gehetzt zu werden“, lauten weitere Kommentare.

 Jan Birk, Leiter des Preetzer Umweltamtes, sagt klar: „Hunde gehören nicht auf diese Fläche.“ Beschwerden über unangeleinte Vierbeiner habe es schon öfter gegeben. „Wir werden jetzt einen Schafdrahtzaun um die verpachtete Fläche ziehen lassen, wo noch keiner ist“, so Birk weiter.

 Auf Nachfrage bei der Preetzer Polizei hieß es, es seien noch keine Hinweise eingegangen. Man habe schon ähnlich gelagerte Fälle gehabt, dann seien aber die Hundebesitzer vor Ort gewesen. Solange es keine konkreten Anzeichen dafür gebe, dass es einen Verursacher für den Panikausbruch bei der Schafherde gebe, könnten die Beamten nicht weiter ermitteln. Deshalb wird nochmals darum gebeten, dass sich diejenigen, die etwas gesehen haben und Auskünfte über den Vorfall geben können, an die Polizei in Preetz unter Tel. 04342/10770 wenden.

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Claudia Josefus-Szellas

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