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Archivar hebt historische Schätze

Preetz Archivar hebt historische Schätze

„In unserem Archiv schlummern so viele interessante und lesenswerte Geschichten“, schreibt der Preetzer Bürgermeister Björn Demmin im Vorwort. Diese Geschichten holt Stadtarchivar Peter Pauselius jetzt ans Tageslicht. In unregelmäßigen Abständen werden sie im Heft „Preetzer Blätter“ erscheinen.

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Peter Pauselius, der das Stadtarchiv im Preetzer Rathaus betreut, präsentiert das erste Exemplar der „Preetzer Blätter“.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Demmin dankt Pauselius, „der die Initiative ergriffen hat, die zahlreichen Schätze aus den Tiefen des Archivs zu bergen und nach und nach zu veröffentlichen“. Er hoffe sehr, dass man damit zeigen könne, dass Geschichten aus dem Stadtarchiv alles andere als staubtrocken seien.

 Dabei gehe es nicht nur um historische, sondern auch um aktuelle Themen, erklärt Pauselius. So steht im ersten Heft neben einem Artikel von ihm zur „Geschichte des Kindergartens im Hufenweg“ auch ein Bericht von Gudrun Lob, die zusammen mit Karl-Heinz Rath das Redaktionsteam ergänzt und einen Bericht über die „Flüchtlinge in Preetz 2015“ geschrieben hat. Den Abschluss bildet ein plattdeutsches Gedicht von Ingrid Gregor, das in der Preetzer Zeitung vom 1. Juni 1968 erschienen war. Die Illustration auf dem Titelblatt stammt von Barbara Reimers. „Es sollte ein bisschen humorvoll sein“, sagt sie, „und ein bisschen unordentlich – so wie in einem Archiv.“

 Pauselius betont, dass man keine Konkurrenz zu dem vom Heimatverein herausgegebenen Heft sein wolle, das einmal im Jahr erscheint. Aber er stoße beim Blättern in alten Zeitungen oder Dokumenten immer wieder auf Geschichten, bei denen er denke, die müsste man veröffentlichen. „Und wir können auch schneller auf aktuelle Themen eingehen.“

 Für die Geschichte des Kindergartens hat er auf die Chronik von Irmgard Jortzik zurückgegriffen, die die städtische Einrichtung von 1949 bis 1989 leitete. Pauselius kennt das Haus am Hufenweg seit seiner Jugend, weil seine Familie nach der Flucht aus der sowjetischen Besatzungszone 1955 in der Nachbarschaft wohnte. „Tante Irmgard“, wie sie von Generationen von Kindern liebevoll genannt wurde, hatte irgendwann angefangen, Zeitungsartikel auszuschneiden und aufzukleben und auch andere Notizen zu sammeln. Im vergangenen Jahr starb sie im Alter von 94 Jahren.

 Im Jahr 1802 war der erste Kindergarten Deutschlands in Detmold geöffnet worden. Rund 30 Jahre später wurde auch in Preetz über eine solche Einrichtung nachgedacht. 1834 gründete die Priörin des Adeligen Klosters zu Preetz, Ida Amalie von Rumohr, mit einigen Konventualinnen eine „Warteschule“. Sie nahm Kinder von Eltern auf, „welche von der Armenkasse Unterstützung erhalten (womit indeß bis jetzt kein Mittagessen verbunden ist), um dem gewöhnlichen Einwand zu begegnen, daß die älteren Kinder durch das Warten der jüngeren Geschwister vom Schulbesuch abgehalten werden und zugleich auch den Müttern Gelegenheit zu verschaffen, auf Tagelohn zu gehen“, schreibt die Preetzer Zeitung damals. Zunächst wurden Räume bei Preetzer Familien angemietet. 1854 wurde das Haus „auf der Hufe“ gebaut.

 Im zweiten Artikel geht Gudrun Lob auf die Flüchtlingssituation ein. Dabei schlägt sie den Bogen von den Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Osten flüchteten, zu den Flüchtlingen, die heute nach Preetz kommen. Sie berichtet von ihren Erfahrungen im Sprachunterricht und von den Begegnungen mit anderen Helfern. „Die Integration kann nur klappen, wenn jeder Flüchtling einen persönlichen Ansprechpartner hat“, meint sie.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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