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Buche bekommt Unterstützung

Preetz Buche bekommt Unterstützung

Da stehen sie nun, vier Männer, den Kopf in den Nacken gelegt. Und starren hinauf in den Wipfel der Hängebuche, die neben dem Rathaus in Preetz steht. Der Baum ist mittlerweile über 150 Jahre alt. Gepflanzt wurde er zu Kaisers Zeiten. Doch nun kämpft er mit Altersbeschwerden – und einem heftigen Sonnenbrand.

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Blick in die Hängebuche am Rathaus: Stefan Schewe (Zweiter von links) hat die Patenschaft für den 150 Jahre alten Baum übernommen. Darüber freuen sich Bürgermeister Björn Demmin (von links), Stadtgärtnermeister Stephan Jarmatz und Umweltamtsleiter Jan Birk

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Bürgermeister Björn Demmin, Umweltamtsleiter Jan Birk und Stadtgärtnermeister Stephan Jarmatz begrüßen begeistert Stefan Schewe in ihrer Runde. Der gebürtige Preetzer führt einen Garten- und Landschaftsbau in Lepahn (Gemeinde Lehmkuhlen) und will nun als Baumpate helfen, das stattliche Exemplar noch ein paar Jahre zu erhalten. „Wir freuen uns über jedes Jahr, das er weiterlebt“, sagt Jarmatz. „Schon 1990 sind wir davon ausgegangen, dass die Buche keine fünf Jahre mehr schafft.“ Dass es doch noch eine Reihe mehr geworden sind, liegt an den Rettungsmaßnahmen.

 Als das Rathaus 1871/72 gebaut wurde, soll auch die Hängebuche (Fagus sylvatica Pendula) in den Boden gekommen sein – im zarten Alter von etwa zehn Jahren. Mittlerweile hat sie eine stattliche Höhe von rund 20 Metern und eine Breite von 23 Metern erreicht. Seit 1989 ist sie in der Obhut von Jarmatz. Dieser musste feststellen, dass sie ein großes Problem hat: eine stark ausgeprägte Druckzwieselbildung. „Ein Druckzwiesel entsteht, wenn ein mehrstämmiger Baum wächst, die Stämme sich berühren und dann beginnen, sich auseinander zu drücken“, erläutert der Stadtgärtnermeister.

 In den vergangenen Jahrzehnten wurden viele verschiedene Sicherungsmaßnahmen ausprobiert. Heute ist die dritte Generation einer dynamischen Seilverstrebung in der Krone befestigt, die ein Auseinanderbrechen verhindern soll. „Darauf lastet ein ungeheures Gewicht“, sagt Jarmatz. Insgesamt schätzt er das Gewicht des Baums auf rund 40 Tonnen.

 Ein weiteres großes Problem ist der Sonnenbrand auf den oberen Zweigen. Die dünne Rinde, die unten von den herunterhängenden Ästen geschützt wird, ist dort der Strahlung ausgesetzt und stirbt langsam ab. So entsteht Fäulnis auf der Oberseite. Die Stellen kann man jetzt gut erkennen, da sie weiß angestrichen sind.

 Nur durch die lebensverlängernden Maßnahmen konnte bisher das Überleben und die Verkehrssicherheit des stattlichen Baums gesichert werden. „Die Buche ist trotz des Alters, des abgebrochenen Stämmlings mit Stammfäule, der zu schwer gewordenen Äste und zuletzt des Sonnenbrands in einem beeindruckenden Zustand“, so Birk.

 Damit das so bleibt, will Schewe als Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung sein Wissen mit einbringen. „Ich bewundere den Baum von klein auf“, sagt er. Aus seiner Faszination für die Hängebuche wird nun praktische Hilfe: Er will die Patenschaft übernehmen. „Der gute Deal für die Stadt ist, dass sie nur die Materialkosten tragen muss und einen zusätzlichen Fachmann mit an Bord hat“, freut sich Demmin.

 Leider könne die Baumfäule nicht gestoppt werden, aber die Buche sei nun in den besten Händen, so Demmin.„Wir hoffen, dass sich die Restlebensdauer bestmöglich verlängert, damit die Preetzer und ihre Gäste sich noch hoffentlich viele weitere Jahre an der Rathausbuche erfreuen können.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
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