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Familientreffen mit 120 Verwandten

Preetz Familientreffen mit 120 Verwandten

Martina Jebe zieht ein Schwarzweißbild aus dem Fotoalbum: „Das sind unsere Großeltern.“ Auf einer Bank sitzen Ernst Otto Fick und seine schwangere Frau Gertraud, umgeben von fünf Kindern. Das war im Sommer 1944. Gut 70 Jahre später gibt es 144 Nachkommen – und rund 120 davon kommen vom 6. bis 9. August zum Familientreffen zusammen.

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Dies ist die kleinere der beiden großen Pfannen, die Martina Jebe (links) und ihre Schwester Kerstin Mausolf für das Familientreffen organisiert haben.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Martina Jebe aus Kiel sitzt an diesem Tag bei ihrer Schwester Kerstin Mausolf in Preetz. Die beiden haben das Treffen vorbereitet und wollen jetzt noch die letzten Einzelheiten besprechen. An der Wand des Esszimmers stapeln sich schon Klappstühle, Kisten, Decken, eine Sackkarre für die Getränkekisten und anderes Zubehör. Das Treffen musste fast generalstabsmäßig geplant werden. „Das Wichtigste war die Unterkunft“, sagen beide. Sie sollte möglichst in Strandnähe liegen. Den Jugendhof in Schönberg haben sie bereits im Februar vergangenen Jahres fest gebucht.

 Es reisen nicht nur Familienmitglieder aus Deutschland, sondern auch aus Norwegen an. Im Zweiten Weltkrieg war die Großmutter mit den Kindern von Murnau zunächst nach Schweden und dann nach Norwegen weiter geflüchtet. Drei Söhne beschlossen, dort zu bleiben. Der Vater von Kerstin Mausolf und Martina Jebe blieb in Norddeutschland hängen. Zwei Kinder kehrten nach Bayern zurück. Der Großvater starb in den letzten Kriegstagen. Er wurde auf dem Rückweg nur einen Kilometer vom Haus entfernt erschossen.

 „Unser Vater hat die Änderung des Nachnamens angestoßen“, erzählen die beiden Organisatorinnen. Er wollte sein Kapitänspatent machen und wurde an Bord nur mit dem Nachnamen Fick gerufen. Das F wurde in ein E verwandelt: „Für 75 DM hat die Familie einen Buchstaben gekauft.“1997 traf sich die Großfamilie Eick erstmals auf einem Campingplatz in Murnau. Nach einer längeren Pause organisierten zwei Cousins aus Norwegen das nächste Treffen, ein weiteres folgte fünf Jahre später am Chiemsee.

 Die Familie ist nicht nur sehr kinderreich („Wir beiden sind mit jeweils zwei die kinderärmsten...“, so Kerstin Mausolf), sondern auch ausgesprochen musikalisch. Der norwegische Jazztrompeter Mathias Eick hat gerade bei der Jazz Baltica gespielt, Norbert Wahren ist als Kontrabass schon bei den Preetzer Klosterkonzerten aufgetreten. Eine Geigerin arbeitet als Straßenmusikerin in Indien, eine andere Verwandte singt an der Staatsoper Oslo. Gespielt werden in der Familie Klavier, Saxofon, Horn, Gitarre und Trompete. Für das Wochenende stellt ein Musikhaus aus Kiel extra ein Klavier zur Verfügung.

 Die beiden Schwestern haben nicht nur ein Programm mit Ausflügen und Workshops vorbereitet, sondern sich auch viele Gedanken um das Essen gemacht. Denn es soll selbst gekocht werden. „Wir besorgen 50 Kilogramm Kartoffeln vom Obsthof, 200 Eier vom Bauernhof und Grillwurst vom Schlachter.“ Geschirr ist im Jugendhof vorhanden, aber große Töpfe und Pfannen fehlen. „Wir haben eine Pfanne mit einem Durchmesser von ungefähr 75 Zentimetern privat ausgeliehen, dazu kommt noch eine von der evangelischen Jugend mit einem Durchmesser von 120 bis 140 Zentimetern.“ Mit einem Discounter vor Ort wurde schon abgesprochen, welche Lebensmittel sie brauchen, so Martina Jebe. „Die holen wir jeden Tag ab.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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