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Grundsatzdiskussion ums Harderhaus

Preetz Grundsatzdiskussion ums Harderhaus

Eine Rettung scheint kaum möglich, zu einem Abriss will man sich aber auch nicht durchringen: Die Hängepartie um das Harderhaus in Preetz geht weiter. Im Bauausschuss stand zwar ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan auf der Tagesordnung, der aber nach kurzer Diskussion einstimmig vertagt wurde.

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Das Harderhaus liegt direkt an der Schwentine. Wird das Gebäude abgerissen oder nicht?

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. „Wir haben mit dem Harderhaus ein schönes Kleinod in der Stadt“, meinte Bürgermeister Björn Demmin. Allerdings ist das Gebäude im Harderpark direkt an der Schwentine, wie berichtet, stark von Schimmel befallen. Einem noch vom ehemaligen Bürgermeister im vergangenen Jahr vorgeschlagenen Abriss hatten die Kommunalpolitiker nicht zugestimmt. Die Sanierungskosten werden auf 147 000 Euro geschätzt. Es gibt Interessenten, die sich eine Wohnnutzung vorstellen können.

 „Eine Wohnung oder ein Kunstatelier sind nur mit einer Nutzungsänderung möglich“, erklärte Demmin. Die Stadt müsse eine bauplanungsrechtliche Grundlage schaffen. „Entweder wir machen Nägel mit Köpfen, oder wir müssen – wenn das nicht gewollt ist – den nächsten Schritt gehen und abreißen.“ Die Sanierungskosten könne sich die Stadt als Eigentümer nicht leisten. „Wir können verkaufen, wenn die Nachnutzung über einen B-Plan abgesichert wird.“ Doch auch ein B-Plan würde Kosten verursachen.

 Ausschussvorsitzender Rüdiger Koch (CDU-/FWG-Faktion) erklärte, dass das Haus in einem Außenbereich liege. Es sei jahrelang von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde als Gemeindehaus genutzt worden. Er wollte wissen, ob das Gebäude überhaupt als Wohnhaus genehmigt war. Außerdem müsse noch der Brandschutz überprüft werden.

 „Ich möchte bezweifeln, dass so viele Preetzer ihr Herzblut daran hängen“, meinte Siegfried Beißwenger (FDP). „Ich hätte nichts dagegen, das Haus abzureißen und den Park zu verschönern.“ Und wenn es eine grundsätzliche Entscheidung für einen Abriss gebe, brauche man doch keinen B-Plan. Dagegen sprach sich Peter Rogowski (CDU-/FWG-Fraktion) aus. „Warum sollen wir es nicht veräußern und einer Wohnnutzung zuführen können?“, fragte er. „Wir reißen alles ab – dem will ich entgegenwirken.“

 Thomas Janßen (SPD) könnte sich gut vorstellen, das Haus einfach stehen zu lassen. „Wenn jemand Interesse hat, es für 1 Euro und die Strom- und Abwasserkosten zu nehmen, kann er es haben.“ Auch Koch vertrat die Meinung, dass dies ohne B-Plan möglich sei. Bürgermeister Demmin berichtete, dass er sich das Haus angeschaut habe: „Es ist nicht mal mehr als Liebhaberstück zu bezeichnen.“ Die Baptisten hätten es als Gemeindehaus aufgegeben, weil sie an die Kapazitätsgrenze der Unterhaltungskosten gestoßen seien.

 Kristian Klinck (SPD) meinte, dass man das Harderhaus grundsätzlich erhalten wolle. „Das geht aber nur, wenn wir jemanden finden, der die Sanierungskosten übernimmt. Wenn wir keinen finden, müssen wir es abreißen.“ Er beantragte schließlich, den Punkt zu vertagen. Nun wird noch einmal in den Fraktionen über das weitere Vorgehen beraten.

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