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Mit 105 noch jeden Tag unterwegs

Geburtstag in Preetz Mit 105 noch jeden Tag unterwegs

Sie wohnt noch immer in ihrem Reihenhäuschen, geht gerne einkaufen und macht jeden Tag ihren Spaziergang. Ihr hohes Alter sieht man Hilde Staude nicht an. Die rüstige Dame aus Preetz feiert am Montag, 1. August, ihren 105. Geburtstag – und ist damit die zweitälteste Einwohnerin von Preetz.

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Auf dem Weg zum Einkaufen: Hilde Staude (rechts), die heute ihren 105. Geburtstag feiert, und ihre Freundin Gerda Bäckler, ehemalige langjährige Vorsitzende des Sozialverbands Preetz, immerhin auch schon 93 Jahre alt.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Ein bisschen aufgeregt ist sie schon vor ihrem Ehrentag. Und man muss etwas lauter sprechen, denn das Gehör spielt nicht mehr so mit. Ansonsten ist Hilde Staude erstaunlich fit. „Sie lässt es sich nicht nehmen, einmal die Woche zum Markt zu fahren“, erzählt Gerda Bäckler, ehemalige langjährige Vorsitzende des Sozialverbands Preetz, immerhin auch schon 93 Jahre alt. Sie ist an diesem Nachmittag mit dem Auto gekommen, um Hilde Staude zum Einkaufen abzuholen. Manchmal fährt sie auch allein. Mit dem Bus hin, mit dem Taxi zurück. „Der Bus fährt ja fast direkt vor der Tür ab.“

Inzwischen kocht sie allerdings nicht mehr selbst, sondern lässt sich das Essen liefern. Zwischen fünf Gerichten könne sie auswählen. „Das schmeckt“, betont sie und fügt mit einem schelmischen Grinsen hinzu: „Da habe ich noch nie was zurückgegeben.“ Einmal die Woche kommt außerdem jemand, um ihr beim Hausputz zu helfen. Die Treppen im Haus schafft sie immer noch. „Ich kann mich an beiden Seiten festhalten, das ist schon eine große Hilfe“, sagt sie.

Und sie ist immer noch aktiv. „Der Tag wird mir nicht zu lang“, betont Hilde Staude. Sie besucht Veranstaltungen des Sozialverbands, geht nach dem Mittagessen eine gute halbe Stunde mit dem Rollator durch die Wohngegend und liest jeden Tag die Kieler Nachrichten und manchmal auch die Bild. „Die Zeitung lese ich ganz intensiv, so vier Stunden.“ Den Fernseher macht sie gegen 17 Uhr an und schaut gerne Nachrichten. „Das Abendprogramm ist ja auch nicht immer schön, aber man kann ja hin und her schalten.“ Im vergangenen Jahr hat sie noch am Ausflug der Sparkasse, wo sie früher gearbeitet hat, teilgenommen. „Im Mai hat sie mich angerufen und gefragt, ob wir nicht zum Schusterfest wollen“, erzählt Gerda Bäckler lachend. „Ich wollte doch gern mal gucken, was da los ist“, ergänzt Hilde Staude. „Aber viele Bekannte habe ich nicht getroffen.“

Hilde Staude wurde in einem Dorf rund 25 Kilometer westlich von Stettin geboren. Nach der Schulzeit arbeitete sie zwei Jahre lang im Haushalt eines Schlosses, doch das war ihr zu langweilig. Also ging sie nach Stettin, um dort in einem Lebensmittelgeschäft zu arbeiten. 1931 wurde sie entlassen, als die Zeiten schlechter wurden und die Menschen kein Geld mehr hatten.

1933 heiratete sie den Elektriker Hans Staude aus Leipzig, der den Betrieb für Elektroinstallation und Landmaschinen ihres kurz zuvor gestorbenen Vaters übernahm. Ihr Mann wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs noch eingezogen. Sie flüchtete mit einer Freundin auf dem Trecker in den Westen und landete in Lübeck, wo sie nach dem Krieg wieder mit ihrem Mann zusammenfand. Sie kehrten zunächst in seine Heimat zurück, doch Hans Staude musste 1952 aus politischen Gründen aus der damaligen DDR fliehen.

Zunächst lebten sie in Lübeck. In der kleinen Wohnung wurde es jedoch zu eng, weil auch die Tochter mit Schwiegersohn und zwei Kindern aus dem Osten flüchtete und mit einzog. 1960 kauften sie das Reihenhaus in Preetz. Mit 54 Jahren orientierte sich Hilde Staude beruflich noch einmal um und arbeitete zehn Jahre lang bei der Stadtsparkasse Preetz. Ihr Mann starb 1990.

Auf die Frage, ob sie ein Rezept für ihr hohes Alter habe, schüttelt sie den Kopf. „Das liegt an den Genen“, meint sie. Ihre Mutter sei auch 100 geworden. Und auf die neugierige Frage, wie man es schafft, fast faltenfrei zu bleiben, schaut sie die Reporterin verschmitzt an. „Sie lachen zu viel, das gibt Falten“, sagt sie – und lacht fröhlich los.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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