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Orgel-Marathon fand viele Fans

Preetz/Probsteierhagen Orgel-Marathon fand viele Fans

„Offene Ohren auch für neue Klänge“ wünschte Roman Mario Reichel dem Publikum am Sonnabend bei der Eröffnung der Nacht der historischen Orgeln in der Preetzer Klosterkirche.

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Die drei Organisten des Abends: Gabriele Schenkel, Roman Mario Reichel und Julian Mallek, hier vor der Orgel in St. Katharinen in Probsteierhagen.

Quelle: Andrea Seliger

Preetz/Probsteierhagen. Tatsächlich bot das Programm, das der Organist aus Probsteierhagen gemeinsam mit seinen Amtskollegen Gabriele Schenkel und Julian Mallek zusammengestellt hatte, eine große Vielfalt von alten Meistern wie Bach und Mendelssohn Bartholdy bis zu modernen Komponisten wie Arvo Pärt.

 Für Abwechslung zwischen den Orgelstücken sorgte wie bei der Premiere im vergangenen Jahr das Vokalensemble Capella Peregrina unter der Leitung von Ute Weitkämper. Die Kombination erwies sich erneut als Publikumsmagnet: „So viele kommen bei normalen Orgelkonzerten nicht“, freute sich Priörin Viktoria von Flemming über die gut gefüllte Klosterkirche. Und viele Gesichter, darunter auch das der Priörin selbst, sah man zwei Stunden später auch bei der Fortsetzung in St. Katharinen in Probsteierhagen wieder. Die Struktur des Konzerts ermöglichte ausdauernden Besuchern fünf Stunden Orgel satt, man konnte sich aber auch Schwerpunkte herauspicken – und sich zwischendurch an Wein und Häppchen stärken.

 Mit „Glocken“ von Hans-Peter Braun (geb. 1950) eröffnete Klosterkirchen-Organistin Gabriele Schenkel die Nacht musikalisch. Danach lernte das Publikum Capella Peregrina kennen, dessen sakrales Repertoire sehr gut in das historische Umfeld passte. Begleitet wurden sie teilweise von Reichel auf der extra aus Probsteierhagen herbeigeschafften Truhenorgel, die gleich danach zum weiteren Einsatz dorthin zurückgeschafft werden musste.

 „Neue Klänge“ bot vor allem „Annum per annu“ des gebürtigen Esten Arvo Pärt, der heute in Berlin lebt. Seine scheinbar so einfachen und doch wirkungsvollen Tongebilde haben es in sich: Um sie auf einer alten Orgel wie in der Klosterkirche spielen zu können, mussten gleich zwei Helfer die Register ziehen, während Reichel hier ausnahmsweise die Tasten übernahm. Denn Barockorgeln wie in Preetz oder Probsteierhagen haben noch nicht dieselben technischen Hilfsmöglichkeiten wie ihre moderneren Schwestern. Um dennoch spätere Kompositionen spielen zu können, helfen „Registranten“ aus, darunter auch Gabriele Schenkel selbst. Der Zuhörer unten im Kirchenschiff merkt von diesen zusätzlichen Mühen nichts. Auch das Vokalensemble hatte eine Komposition von Pärt, „Da pace, Domine“, im Programm, die sich gleich an „Annum per annum“ anschloss.

 Mit ihrer Improvisation über Loblieder, „Soli Deo Gloria“, zeigte dann Gabriele Schenkel die vielen verschiedenen Facetten ihrer Kunst – und endlich wagte es das Publikum, der unsichtbaren Organistin entgegen der üblichen Gepflogenheiten zu applaudieren.

 Julian Mallek, neuer Kantor der Preetzer Stadtkirche, bestritt die erste Etappe des zweiten Teils in Probsteierhagen mit Werken von Bach, Nicolas de Grigny und Franz Tunder. Für ihn war es das erste Mal in St. Katharinen – am Tag zuvor habe er sich mit der Orgel vertraut gemacht und die Register ausprobiert, verriet er anschließend.

 Während es dann draußen dunkel wurde, präsentierten Orgel (Reichel) und Sänger Variationen des Themas Verleih uns Frieden von Martin Luther bis John Rutter (geb. 1945). Und nach einer weiteren Pause ging es mit der „California Wine Suite“ von Hans Uwe Hielscher Richtung Mitternacht – zum Finale eines Konzertes, das fünf Stunden lang immer wieder neue Eindrücke bot, und bei dem das Publikum die Künstler zu Recht immer wieder mit Beifall bedachte.

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