8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Videoüberwachung auf dem Marktplatz?

Preetz Videoüberwachung auf dem Marktplatz?

Wird der Marktplatz in Preetz bald videoüberwacht? Diese und andere Ideen wurden in der Sitzung der Stadtvertretung genannt, als es um die Verunsicherung der Bürger durch Jugendgruppen in der Innenstadt ging. Die Polizei erläuterte zuvor noch einmal die Hintergründe für ihre massiven Kontrollen.

Voriger Artikel
In 70 Jahren nicht einen Tag getrennt
Nächster Artikel
Ein neues Wohnviertel für Lütjenburg

Mit einem Großaufgebot kontrolliert die Polizei Jugendgruppen auf dem Marktplatz in Preetz.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Bereits im Mai sei der Marktplatz auf Anordnung der Polizeidirektion Kiel zu einem „gefährlichen Ort“ ernannt worden – „damit dürfen wir nach geltendem Recht Personen anhalten, ihre Personalien feststellen und ihre Sachen durchsuchen“, erklärte der Plöner Revierleiter Michael Martins. Die Zahl der Rohheitsdelikte, die von 200 Fällen im Jahr 2011 auf 130 im vergangenen Jahr gesunken sei, sei wieder leicht angestiegen. „Das ist noch nicht besorgniserregend“, so Martins, der Preetz prinzipiell als sicheren Ort bezeichnete. Sorge bereite der Polizei aber die Art und Weise des Auftretens der Jugendlichen: „Beleidigend und bedrohend“, sagte der Revierleiter.

Durchgang besser ausgeleuchtet

Anfang September hatte Bürgermeister Björn Demmin einen Sachstandsbericht im Haupt- und Finanzausschuss gegeben und betont, das Vorgehen im Innenstadtbereich sei zwischen Stadt und Polizei abgestimmt. Der Durchgang vom Markt zum Wilhelminenparkplatz sei besser ausgeleuchtet worden. „Wir waren der Meinung, dass sich die Situation verbessert hat“, so Demmin. „Das war ein Irrtum.“

Denn am 23. September habe ein 16-jähriger Kieler einen Polizeibeamten so heftig geschlagen, dass dieser ein Schädel-Hirn-Trauma sowie Jochbein- und Kieferhöhlenbruch erlitt, berichtete Martins. Am 13. Oktober habe der gleiche Täter Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet. Nur eine Woche später habe ein 19-jähriges Mädchen einen Schlag ins Gesicht bekommen, wobei die Augenhöhle brach, teilte die Preetzer Stationsleiterin Tanja Müller-Brix mit. Die Anordnung des „gefährlichen Orts“ habe man daraufhin bis März 2018 verlängert. „Unsere oberste Leitlinie ist der Schutz der Bevölkerung“, betonte Martins. Man wolle weitere Straftaten auf dem Marktplatz unterbinden.

Runder Tisch und klassische Musik

Demmin erzählte, dass er sich mit den Jugendlichen treffen wolle, und schlug niedrigschwellige Angebote und personelle Verstärkung des Streetworkers vor. Aus den Reihen der Stadtvertreter gab es weitere Ideen wie eine Videoüberwachung, die Wiederbelebung des Runden Tisches zur Prävention oder eine klassische Musikbeschallung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3