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Zwei musikalische Sternstunden

Preetz Zwei musikalische Sternstunden

Ein nahezu ausverkauftes Haus, ein 16-köpfiger Chor mit einem engagierten Leiter, ein wandlungsfähiger Organist, gut gelaunte Helfer, ein offenes Publikum, gelöste Veranstalter und ein abwechslungsreiches Programm in einem wunderbaren Ambiente – gelungener hätten die 54.

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Liebt Vokalmusik: Der Sänger, Dirigent, Dozent und Arrangeur Ludwig Böhme leitet mit Verve den Kammerchor Josquin des Préz.

Quelle: Herbert Hofmann

Preetz. Sommerkonzerte des Kreises der Musikfreunde Preetz (KdM) in der Klosterkirche nicht beendet werden können. Der Leipziger Kammerchor Josquin des Préz sang sich am Montagabend in zwei musikalischen Sternstunden mit neuen und alten Liedern, mit geistlichen und weltlichen Werken, glasklar in die Herzen und Seelen seiner Zuhörer.

 Unter der einfühlsamen und mitreißenden Leitung von Ludwig Böhme brachten unter dem Motto Singet! die stimmgewaltigen Sängerinnen und Sänger des nach dem franko-flämischen Komponisten und Sänger Josquin des Préz benannten Chores Vokalmusik von der Renaissance bis zum Volkslied in die heiligen Hallen der akustisch scheinbar extra dafür gebauten Klosterkirche.

 Unterstützt wurden die Vokalisten dabei mit zwei Intermezzi von Julian Mallek. Der Kantor und Organist der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Preetz zog an der historischen Orgel des Adeligen Klosters fast alle Register und brachte mit Kompositionen von Delphin Strungk und Gottfried Fischer das klingende Denkmal in all seinen Farben zum Leuchten.

 In ständig wechselnden Aufstellungen reichte das von den Künstlern servierte musikalische Spektrum des ersten Konzertteils mit ausschließlich sakralen Kompositionen von der Früh-Renaissance über die Romantik bis in die Moderne. Zur Aufführung gelangten die mächtige Kyrie und das Gloria aus der Missa Faysant regretz von des Préz ebenso wie Motetten von Mendelsohn und Distler.

 Fast schon überirdisch und voller Strahlkraft stiegen die sphärischen Soprangesänge beim magischen Magnificat von Arvo Pärt in das Kreuzrippengewölbe, als sich der Leipziger Kammerchor kreisförmig vor dem barocken Altar formierte. „Das ist große Kunst“, sagte eine begeisterte Zuhörerin in der Pause, „so ein gerundeter Klang, der Chor wirkt wie ein einziges Instrument“.

 Mit weltlichen Chansons, schwülstigen Liebesliedern und amüsant arrangierten Volksliedern wie Kuckuck oder dem surreal anmutenden Gedicht Schau, der Wald ist wunderlich von John Høybye wurde das Applausverbot des geistlichen Teils des Abends offiziell aufgehoben und das Preetzer Publikum ließ sich nicht lumpen. Christiane Sommer, die stellvertretende Vorsitzende des KdM, hatte sich zu Beginn des Konzerts nicht umsonst für die Treue der Zuhörer bedankt – und bei der Priörin des Klosters, Viktoria von Flemming, „für die konstruktive und fruchtbare Zusammenarbeit." Pro Konzert haben jeweils rund 20 Parkplatz- und Platzanweiser, Karten- und Programmverkäufer, Techniker und Künstlerbetreuer sowie großzügige Gasteltern den Sommerkonzerten einmal mehr zu einer zustimmenden Resonanz verholfen. „Wir haben sehr positive Rückmeldungen“, freute sich eine sichtlich zufriedene Christiane Sommer, die stolz verriet: „Das Programm für das Jahr 2016, dann wieder mit fünf Konzerten, steht bereits, und für 2017 sind die Fühler schon ausgestreckt.“ Man darf gespannt sein.

Von Herbert Hofmann

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