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Preetz peilt Kita-Neubau an

Zwei Standortvarianten Preetz peilt Kita-Neubau an

Kindergartenplätze sind in Preetz zu knapp. Eine Krippen- und zwei Regelgruppen fehlten derzeit, berichtete Hauptamtsleiter Sven Wilke in der Sitzung des Ausschusses für Kinder- und Jugendangelegenheiten, Sport, Soziales und Gleichstellung. Die Stadt fasst deshalb einen Neubau ins Auge.

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Das Gebäude, das den DRK-Kindergarten „Die Rasselbande“ beherbergt, ist in naher Zukunft nach Einschätzung der Stadtverwaltung „abgängig“. Eine Sanierung wäre zu teuer. In direkter Nachbarschaft könnte ein Neubau auf der stadteigenen Fläche mit dem ehemaligen Verkehrsübungsplatz entstehen.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Der Naturkindergarten „Die Wühlmäuse“ wolle zwar eine weitere Gruppe einrichten, doch diese Plätze seien bereits vergeben, so Wilke. Auch die Freie Schule Leben und Lernen plane einen Kindergarten. Die Genehmigung für die „Kleine Bunte Kiste“, die derzeit im Gästehaus des PTSV und in Containern untergebracht sei, laufe 2017 aus. Um alle Kinder versorgen zu können, sei deshalb ein Neubau erforderlich.

 Die Anmeldezahlen für unter Dreijährige seien in den vergangenen Jahren von 28 im Jahr 2012 auf 47 in diesem Jahr gestiegen, erläuterte Wilke. Dazu kamen in diesem Jahr 133 Kinder über drei Jahren. Aktuell seien 19 Ü3- und 21 U3-Kinder unversorgt. In den vorhandenen Regelgruppen würden bereits 22 statt 20 Mädchen und Jungen betreut. Außerdem gebe es zunehmend Kinder mit Förderbedarf (Frühförderung, Sprach- oder Ergotherapie). Eine Absenkung der Gruppenstärke auf 20 sei nach Rücksprache mit den Kita-Leiterinnen deshalb empfehlenswert. Eine Prognose, wie viele Flüchtlingsfamilien noch nach Preetz kommen werden, sei nicht möglich. „Es ist – trotz aktuell entspannter Lage – grundsätzlich mit einer gesteigerten Nachfrage nach Krippen- und Regelplätzen durch den Zuzug von Flüchtlingen zu rechnen.“

 Die Verwaltung hatte Alternativen zur Schaffung von weiteren Plätzen aufgelistet. Möglich wäre ein Neubau An der Mühlenau 12 mit dem Vorteil der zentralen Lage. Allerdings müsste das Grundstück gekauft werden. Ein Neubau am Ragniter Ring neben dem jetzigen DRK-Kindergarten, der demnächst in die Trägerschaft der Stadt übergeht, sei die günstigere Lösung, weil der ehemalige Verkehrsübungsplatz bereits der Stadt gehört. So könnte der Standort erhalten bleiben, denn das bisherige Kindergartengebäude sei „abgängig“, erklärte Wilke. Die Anmietung von Räumen für neue Tagesmütter sei angesichts des derzeitig angespannten Wohnungsmarktes schwierig. Die Kirchengemeinde überlege zurzeit, eine Krippengruppe an den evangelischen Kindergarten anzubauen.

 Die Kosten für einen Neubau mit zwei Gruppen werden auf rund 3,7 Millionen Euro geschätzt. Sie sind noch gar nicht im Haushaltsentwurf für 2017 enthalten, den der Ausschuss ebenfalls beriet. Das vorgegebene Budget konnte nicht eingehalten werden. Die Kosten für Asylbewerber seien bisher durch die Integrationspauschale gegenfinanziert worden, die jedoch durch den geringeren Zuzug von Flüchtlingen sinke, während die Betreuungskosten gleich blieben, erläuterte Wilke. Im November seien Verhandlungen des Städteverbandes mit der Landesregierung vorgesehen, um regelmäßige Zahlungen zu erreichen. Auch die Kosten für die Kindergärten stiegen durch weitere Gruppen und Tariferhöhungen für die Mitarbeiter. Dazu kämen dringend erforderliche Reparatur- und Fallschutzarbeiten auf den Spielplätzen.

 Die Ausschussmitglieder reagierten angesichts der Überschreitung „erschrocken“, wie es Michael Howe (FDP) formulierte. Doch Einsparmöglichkeiten gebe es kaum. „Wir sind so fremdgesteuert, dass wir kaum Luft zum Atmen haben“, brachte es Ulrike Michaelsen (CDU) auf den Punkt. Das Land lade immer mehr Aufgaben bei den Kommunen ab, kümmere sich aber nicht um die Gegenfinanzierung. „Eigentlich müsste man klagen“, meinte Wolf Bendfeldt (FWG).

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Silke Rönnau
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