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Preetz Innenstadt voller Barrieren

Weit kommt Hans-Jürgen Biastoch nicht. Nur wenige Meter vom Treffpunkt Quellstein entfernt bleibt er auf dem Marktplatz in Preetz stecken. Ein Reifen seines Rollstuhls ist in eine große Lücke zwischen den Steinen gerutscht. Der Berater der Stadtverwaltung für Menschen mit Behinderungen fordert wegen des holprigen Pflasters mehrere Querungshilfen.

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Hans-Jürgen Biastoch fordert mehrere barrierefreie Übergänge auf dem holprigen Marktplatzpflaster.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Preetz. Weit kommt Hans-Jürgen Biastoch nicht. Nur wenige Meter vom Treffpunkt Quellstein entfernt bleibt er auf dem Marktplatz in Preetz stecken. Ein Reifen seines Rollstuhls ist in eine große Lücke zwischen den Steinen gerutscht. Der Berater der Stadtverwaltung für Menschen mit Behinderungen fordert wegen des holprigen Pflasters mehrere Querungshilfen.

 „Wie oft bin ich schon fast rausgefallen“, erzählte er auch am Vorabend in der Sitzung des Ausschusses für Kinder- und Jugendangelegenheiten, Sport, Soziales und Gleichstellung. Zwischen den Steinen klafften oft Spalten von sechs, sieben Zentimetern. „Wenn man da reingerät, ist das echt schlecht.“ In der vergangenen Woche habe er sich einen Reifen kaputt gefahren. Wer mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator unterwegs sei, nehme oft den weiten Weg rund um den Marktplatz in Kauf. „Da muss man bei Wind und Wetter, bei Schnee und Regen einmal ganz rum.“

 In der Lange Brückstraße gehe es einigermaßen, für die Aufpflasterungen quer über die Fußgängerzone habe man kleinere Steine genommen. Bedauerlich sei aber, dass gerade hier fast alle Geschäfte nicht barrierefrei seien – die meisten Läden seien nur über eine oder mehrere Stufen erreichbar. „Wenn ich Schulnoten verteilen müsste, bekommt der Markt eine glatte 6, die Lange Brückstraße eine 5.“

 Es sei klar, dass nicht der ganze Markt neu gepflastert werden könne. Sein Vorschlag für eine Lösung des Problems: drei oder vier Übergänge schaffen. Dort könnte man dann bequem von einer Seite auf die andere kommen, „ohne dass man um den ganzen Pudding muss“.

 Auch an anderen Orten in der Stadt gebe es Probleme. Die Schwimmhalle sei ebenso wenig barrierefrei wie das Rathaus. „Das wird uns noch beschäftigen“, kündigte Bürgermeister Wolfgang Schneider an. Er verwies auf die Rechtsnorm, die bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden müsse. Doch im 1871 erbauten Rathaus gebe es so viele Arbeitsebenen, dass man sie mit einem eventuellen Fahrstuhl nicht alle erreichen könnte. Kunden der Stadtkasse, die die Treppen nicht schaffen, müssten ihre Geldgeschäfte sogar draußen vor der Tür erledigen. Zumindest die Homepage der Stadt sei jetzt barrierefrei: Menschen mit Sehbehinderung könnten sich die Inhalte vorlesen lassen.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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