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Restauriertes Altargemälde wird vorgestellt

Preetzer Klosterkirche Restauriertes Altargemälde wird vorgestellt

Nicht nur die Bilderbibel wird zurzeit in der Preetzer Klosterkirche restauriert, sondern auch ein anderer Kunstschatz: Katharina Martinelli arbeitet an dem Altargemälde „Die Verklärung Christi“ – eine Kopie des berühmten Werkes von Raffael.

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Katharina Martinelli wird am Sonntag nach dem Gottesdienst in einem Bildervortrag über ihre Arbeit berichten.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Priörin Viktoria von Flemming hatte sich zum 80. Geburtstag in der vergangenen Woche Spenden für die Restaurierung gewünscht.

 „Anfang des 16. Jahrhunderts entstand das Originalbild, das in den vatikanischen Museen in Rom hängt“, erzählt die Restauratorin. Die Kopie habe Christopher Blome dem Adeligen Kloster zu Preetz gespendet. Man vermute, dass er die hochwertige Kopie in Italien entdeckt und mitgenommen hat. 1743 sei der Altar um das Bild herum gebaut worden.

 Von wem die Kopie stammt, ist nicht überliefert. Auf der Inschrift ist nur „Copia Roma, Raffael, Maler: Annibale“ zu entziffern – der Nachname ist nicht bekannt. „Es ist ein klassisches Ölgemälde auf Leinen“, erzählt Martinelli. Im unteren Bereich sei ein mondgesichtiger Junge mit seinen Eltern zu sehen, die Rat und Hilfe bei den Jüngern suchten. Doch die könnten nicht helfen, sondern weisen auf Christus, der im oberen Teil des Bildes aufersteht. Jesus trage ein strahlendes Gewand, das sich in einem „spektakulären Faltenwurf“ drehe.

 Das Bild hatte viele Kalkspritzer auf der Oberfläche – „durch Renovierungsarbeiten in der Kirche“, meint die Restauratorin. Deshalb musste zunächst die Oberfläche gereinigt werden. Im rechten oberen Bereich gebe es außerdem größere Risse, die gekittet und anschließend mit Farbe kaschiert würden. Der Keilrahmen sei wurmzerfressen gewesen und habe deshalb nicht mehr genügend Stabilität geboten. Er sei gegen einen neuen ausgetauscht worden. Außerdem sei die Leinwand „dubliert“ worden: Sie wurde auf eine zweite Leinwand geklebt, damit sie stabiler werde.

 Im unklimatisierten Raum – die Klosterkirche wird nicht geheizt – seien außerdem Deformationen in der Leinwand aufgetreten, die jetzt wieder ausgeglichen wurden. „Ich bin mit den Arbeiten in den letzten Zügen“, erklärt Martinelli. Das Altargemälde soll am Sonntag, 23. August, ab 10 Uhr den Besuchern im Gottesdienst vorgestellt werden. Bisher sei die Lücke im Altar durch das große Dachkreuz der Klosterkirche verdeckt worden, das die Dachdeckerfirma Kodel im Gottesdienst in Empfang nehmen und wieder auf dem Ostchor für alle sichtbar einsetzen werde, berichtet die Priörin.

 Nach dem Gottesdienst hält Katharina Martinelli noch einen Bildervortrag über ihre Restaurierungsarbeiten. Diese enden mit dem Auftrag von Harzfirnis. Der diene nicht nur als Schutzschicht, sagt Martinelli, „sondern verleiht den Farben wieder Tiefenlicht und Strahlkraft“.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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