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Große Abenteuer auf kleiner Bühne

Preetzer Papiertheatertreffen Große Abenteuer auf kleiner Bühne

Es ist ein Festival der Superlative: Noch nie gab es so viele Teilnehmer und so viele Aufführungen zum Preetzer Papiertheatertreffen wie in diesem Jahr. Von Freitag, 11. September, bis Sonntag, 13. September, werden bei der 28. Auflage 17 Bühnen aus sieben Ländern 70 Vorstellungen präsentieren.

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Römers Privattheater präsentiert in seinem Stück „Das Hokusai Museum“ einen Ausflug in die Bilderwelt des japanischen Malers und Meisters des Farbholzschnitts (hier ein Szenenbild).

Quelle: Privat

Preetz. „Damit sind wir schon fast am Limit“, freut sich Marlis Sennewald, Leiterin der Volkshochschule Preetz, die zusammen mit Dirk Reimers die Veranstaltung organisiert. Die Besonderheit in Preetz: Alle Bühnen müssen deutsche Erstaufführungen spielen. „Dadurch entsteht ein kreativer Druck“, so Sennewald.

 „Die Vielfalt ist einmalig“, schwärmt Reimers. Denn in den 28 Jahren habe sich das Papiertheater stetig weiterentwickelt. Viele greifen nicht mehr auf fertige Ausschnittbögen zurück, sondern zeichnen Figuren und Bühnenbilder selbst und schreiben eigene Stücke. Einige Spieler verstecken sich traditionell noch hinter dem Vorhang, andere dagegen treten ganz offen auf. Eric Poirier aus Frankreich zum Beispiel spielt mit seinen Figuren auf einem Tisch und bringt sich selbst mit ins Stück ein. „Das ist für die Zuschauer spannend zu sehen, wie die Leute agieren“, sagt Reimers, der sich auch selbst mit seinem Papiertheater Pollidor beteiligt.

 1700 Karten werden für die Aufführungen in der Freien Schule Leben und Lernen sowie an sechs weiteren Standorten in der unmittelbaren Umgebung (Stall 54, Goldschmiede, Alte Schneiderei, Speicher, Altes Pastorat und Petersdotter) verkauft. Im Schnitt können 20 bis 25 Besucher zuschauen, an einigen Spielorten sind es etwas mehr.

 Das Programm ist vielfältig: Im Bereich Literatur kommt unter anderem die Île au Trésor (Die Schatzinsel) auf den Tisch (im wahrsten Sinne des Wortes). Zu sehen sind unter anderem das Schicksal eines jungen Mädchens im Island des 19. Jahrhunderts, eine Liebesgeschichte in Versform und mit kretischem Dialekt oder ein witzig-böses Theater für ein reifes Publikum rund um einen englischen Klassiker des 14. Jahrhunderts. Auch Märchen wie Hauffs Kalif Storch oder Andersens Feuerzeug werden aufgeführt. Barbara und Dirk Reimers haben sich überlegt, wie es mit den berühmten vier Stadtmusikanten weiterging.

 Das Papiertheater der urbanen Kriminalität aus Berlin zeigt Faust in Westberlin: Walter Koschwitz präsentiert gerne bissige, bös-ironische Stücke, diesmal aus dem Berlin der 50er-Jahre. Schwungvoll geht es in der Bond-Parodie James Honk jagt Dr. Kamishibai zu. Auch die große Oper kann auf die kleine Bühne gebracht werden. Und wie in den vergangenen Jahren beteiligen sich Studenten der Muthesius-Kunsthochschule Kiel mit einem eigenen Werk.

 Die Teilnehmer kommen aus den USA, Mexiko, Griechenland, Großbritannien, Frankreich, Dänemark und Deutschland. Gespielt wird fast immer in der jeweiligen Sprache. Deshalb werden vorher Zusammenfassungen auf Deutsch verteilt. Trotz der fremden Sprache sei man automatisch gefangen von den Stücken, sagt Dirk Reimers, der die Faszination des Papiertheaters so beschreibt: „Wenn das Licht ausgeht, ist man in einer anderen Welt.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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