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Buntes Sommerfest

Werkstätten Preetz Buntes Sommerfest

„Wir haben noch nie Regen erlebt.“ Thomas Rinke, Bereichsleiter Pädagogik in den Preetzer Werkstätten des Lebenshilfewerks Kreis Plön, freute sich über das schöne Wetter bei der zehnten Auflage des Sommerfestes. Rund 5000 Besucher kamen wieder auf das Gelände im Gewerbegebiet Wakendorf.

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Merit Feilhauer, Geschäftsführerin des Lebenshilfewerks, ist fasziniert von den leuchtend bunten Windtüten.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Das Fest für die rund 450 Menschen mit Behinderungen, die dort betreut werden, wird traditionell mit einem Tag der offenen Tür verbunden. Kleine und große Gäste konnten sich über ein kostenfreies Musik- und Spielangebot freuen und gleichzeitig einen Einblick in die Arbeit und die Produkte der Werkstätten erhalten. Dazu gab es kulinarische Köstlichkeiten wie zum Beispiel die selbstgeräucherten Fische von Wilfried Wank.

Das sind die Bilder vom Sommerfest der Werkstätten 2016.

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 Mitarbeiterin Sabine Florian stellte ein neues Produkt der Näherei vor: einen Gurtschoner. Der Autogurt habe sie vor allem im Sommer gestört, wenn man schwitze und der Gurt am Hals reibe, erzählt sie. So sei sie auf die Idee gekommen, aus Stoffresten mit einem Klettverschluss den waschbaren Schoner herzustellen. „Wir suchen immer nach einfachen Arbeiten für die Menschen hier“, erklärte sie.

 Ein paar Meter weiter standen Metallfiguren auf den Tischen, die in einer arbeitsbegleitenden Maßnahme zusammengeschweißt wurden. Die Objekte stellten Vögel, Katzen oder Drachen dar. Die Kreativität der Mitarbeiter sei etwas Besonderes, erklärte Axel Schwark als Bereichsleiter Arbeit: „Hier konnten sie sich frei austoben.“

Arbeitsplätze individuell gestaltet

 Beliebte Produkte sind auch „De Preetzer Füüermoker“ als Anzünder für Grill oder Kamin. Dabei werden Holzspäne auf gleiche Länge gebracht, in eine leere Toilettenpapierrolle gepackt, die einmal durchgeschnitten wird, und mit einem Docht versehen. Anschließend geht es in ein Wachsbad. Die kleinen Arbeitsschritte sind auch für Menschen mit schwereren Behinderungen geeignet. Die vielen Arbeitsgeräte werden auf die speziellen Bedürfnisse zugeschnitten. „Es ist eine unserer Stärken, dass wir die Arbeitsplätze ganz individuell gestalten können“, so Schwark.

 Der Werdegang der Mitarbeiter in den Werkstätten startet im berufsbildenden Bereich. Anschließend finden sie je nach ihren individuellen Fähigkeiten einen Arbeitsplatz. Wichtig sind den Werkstätten die Kooperationen mit Firmen aus der Region. Über Praktika entstanden bereits rund 25 ausgelagerte Arbeitsplätze zum Beispiel in der Gärtnerei Möller in Preetz oder in der Hausmeisterei oder Bibliothek der Fachhochschule Kiel.

 Auch die Lebenshilfe-Kreisvereinigung als Elternverein hatte einen Informationsstand aufgebaut. Zu den Angeboten gehörten beispielsweise der familienentlastende Dienst und die Sportgruppe, berichtete Vorsitzende Imke Jensen. Sie wollen mit ihrer Beratung anderen betroffenen Eltern Mut machen.

Erweiterungsbau in Planung

„Wir platzen aus allen Nähten“, beschrieb Carsten Berthold-Clausen die Tagesförderstätte für Schwerstbehinderte. Ein weiterer Bau sei bereits in Planung. Wichtige Ziele seien die Wahrnehmung des eigenen Körpers, die Mobilisierung, um aus dem Rollstuhl herauszukommen, und so viel Selbstständigkeit wie möglich, wozu auch die Kommunikation mit den Sprachcomputern gehöre, so Berthold-Clausen. „Unser wichtigstes Ziel ist die Weiterentwicklung der Menschen mit entsprechenden Angeboten für ihre Möglichkeiten und Ressourcen.“

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