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Almabtrieb auf der Plöner Prinzeninsel

Schafherde zieht um Almabtrieb auf der Plöner Prinzeninsel

Autos brauchen auf der Prinzeninsel eine Sondergenehmigung, Radler und Spaziergänger haben den Wanderweg meist für sich. Doch seit dem Wochenende geraten Wanderer in einen besonderen Berufsverkehr. Eine Schafherde trabt morgens von den Koppeln am Niedersächsischen Bauernhaus zum Alten Apfelgarten am Siebenstern.

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Almabtrieb auf der Plöner Prinzeninsel: Begleitet von Schäfer Michael Kruse wandert eine kleine Schafherde morgens von den Koppeln am Niedersächsischen Bauernhaus zum Weiden in den Apfelgarten und abends wieder zurück.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Hintergrund der Aktion: Die Freunde des Plöner Prinzenhauses, die die ehemalige Obstplantage des Schlossgebiets wieder herstellen, haben den Plöner Hobbyschäfer Michael Kruse um tierische Unterstützung gebeten. „Schafe – richtig eingesetzt – sind sehr gute Landschaftspfleger“, erzählt Kruse, dem ein Teil der Herde gehört. So fungierten die Vierbeiner nicht nur als Rasenmäher, sondern mancherorts durch das Rupfen auch als Vertikutierer. Punktuell würden die Schafe den Boden allerdings auch verdichten und damit den Wühlmäusen, die sich in den vergangen Jahren ein unterirdisches Gängeparadies im Alten Apfelgarten geschaffen hätten, das Leben etwas schwerer machen. „Aus diesem Grund weiden Schafe ja auch auf den Deichen“, erklärt Michael Kruse.

 Bei dem aktuellen Arrangement handele es sich also um eine Win-win-Situation. Denn auch die Schafe profitieren von dem regelmäßigen Ortswechsel. „Die Tiere bekommen Bewegung, haben etwas Abwechslung und sind beschäftigt – das tut ihnen gut“, betont Kruse, während die mähende Herde die Streuobstwiese für einen Weidegang nutzt. Passend zum Apfelgarten, mit den verschiedenen historischen Sorten, ist übrigens auch die müffelnde Wollschar bunt gemischt. Pommersche und Bentheimer Landschafe grasen einträchtig mit Artgenossen wie dem schwedischen Insel Gotland-, dem englischen Shropshire- und dem holländischen Texelschaf.

 Coburger Fuchs, Zwartbles-Schaf und Skudde vervollständigen die Multikultitruppe. „Das sind fast alles alte Haustierrassen, die wir erhalten wollen“, erzählt Kruse. Das gilt auch für den kleinen Star und heimlichen Anführer der Herde, der neben Hütehund Micky beim Auf- und Abtrieb gerne mal den Ton angibt. „Waldemar ist ein Thüringer Waldziegenbock“, lacht Michael Kruse, der seinen kleinen Schützling mit der Flasche großgezogen hat. Vor 25 Jahren existierten von dieser deutschen Ziegenrasse nur noch 120 Tiere in zwei Bocklinien. Aktuell habe sich der Bestand durch Zuchtprogramme auf etwa 1500 Waldziegen erhöht. Denn Waldemars Mutter sei wieder trächtig.

 Waldemar selbst werde als Mönch allerdings nicht zur Arterhaltung beitragen. Doch das hält den kastrierten Ziegenbock, der bei den Wanderungen mit einer orangegelben Warnweste bekleidet zunächst voller Übermut die Vorhut und später wegen seiner kurzen Trippelschritte meist die Nachhut bildet, nicht davon ab, den Ton anzugeben.

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