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Ortsbezüge aus Stroh

Probsteier Korntage Ortsbezüge aus Stroh

In den 20 Dörfern der Probstei wird derzeit noch kräftig gewerkelt, meist im Verborgenen, aber immer mit bester Laune und viel Spaß. Im Rahmen der Probsteier Korntage steht der Strohfigurenwettbewerb vor der Tür. KN-online hat zwei Strohfiguren-Teams in ihrem Allerheiligsten besucht und durfte den Kreativen schon einmal über die Schulter schauen.

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Das Prasdorfer Strohfiguren-Team hat sein Werk fast vollbracht (von links): Erika Boldt, Annekatrin Sye, Karin Pintart, Iris Gnauck und Ines Schröder (Susanne Strelau und Jasmin Boldt waren beim Foto-Termin nicht dabei).

Quelle: Astrid Schmidt

Schönberg/Prasdorf. Die Scheune von Jürgen Jessin ist die Werkstatt der Schönberger Strohfigurenbauer. Hanna Kempfert, Peter Ehlers und Henner Meckel kämpfen mit dem Stroh, um es in die Form einer Katze zu bringen. Oder wird’s am Ende doch ein Hund? Egal, die Beine müssen zumindest gleich lang sein. Am anderen Ende der Scheune sind Günter Thiel und Ilse Grotkopp dabei, dem Strohmann die Galoschen anzuziehen – kein einfaches Unterfangen bei diesen Strohfüßen. Das wichtigste Utensil ist neben der Schere der Wickeldraht. Allein 40 Rollen haben die Strohkünstler bereits verarbeitet. Denn jede Figur soll mehrere Wochen halten.

 „Der Bauer hat uns Gerstenstroh spendiert, das ist weicher als Weizenstroh und eignet sich besser für die Figuren“, erzählt Hanna Kempfert. Sie ist mit den anderen von Anfang an dabei und hat jeden Strohfigurenwettbewerb mitgemacht. Ums Gewinnen, so betont sie, gehe es den Schönbergern nicht in erster Linie. „Wir stellen immer ein Thema mit Museumsbezug in den Mittelpunkt“, erzählt sie. In diesem Jahr geht’s um die historischen Radtouren, die dort starten.

 Auch in Prasdorf gibt es den Bezug zum Dorf: 775 Jahre Prasdorf ist das Motto, das sich Erika Boldt, Annekatrin Sye, Ines Schröder und die anderen Strohfigurenbauer ausgedacht haben. Aus diesem Anlass wird die Veranstaltungsreihe auch in Prasdorf eröffnet. „Der Bürgermeister wollte nur eine große 775 auf dem Teich, aber das war uns zu wenig“, erzählt Annekatrin Sye. Und so holten sie sich einen historischen Plan des Ortes um 1600 und bauten das damalige Dorf im Kleinformat nach.

 Acht Vollhufen, zwei Halbhufen, eine Viertelhufe und drei Katen, samt Leiterwagen, Hühnern, Enten, Dorfteich und Bäumen, drapierten sie auf einem ebenfalls selbst gezimmerten Floß von 18 Quadratmetern. „Nicht ganz maßstabsgerecht“, räumen die Frauen ein. Aber schließlich sollte das Ganze auf dem Floß untergebracht werden, das nun auf den Dorfteich gesetzt wird. Die für Prasdorf seit Jahren typischen Mäuse dürfen natürlich auch nicht fehlen. Aus Sperrholz wurden für die „Eingangs-Mäuse“ die Formen gesägt, mit Kükendraht ein Körper geformt sowie mit reichlich Stroh ausgestopft. Verbunden mit dem kunstvoll zusammengebauten Ensemble ist zudem ein Ratespiel. Sechs Dinge sind auf dem Floß zu suchen, die es um 1600 noch nicht gegeben hat. Nicht nur Kinder können sich danach auf die Suche begeben. Seit März treffen sich die Frauen zweimal wöchentlich auf dem Hof Sye und haben bei aller Arbeit auch eine Menge Spaß, wie sie versichern.

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