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Silberreiher entdecken den Norden

Probsteierhagen Silberreiher entdecken den Norden

Graureiher sind für alle, die viel in der Natur unterwegs sind, ein gewohnter Anblick. Silberreiher dagegen zeigen sich immer noch selten. Erst vor wenigen Jahren hat diese Art sich hier ausgebreitet.

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An abgelassenen Teichen wie hier am Oberteich bei Bauersdorf in der Umgebung des Selenter Sees sammeln sich oft viele Silberreiher.

Quelle: Lothar Sielmann

Probsteierhagen. Die Teiche und Grünland-Niederungen in der Probstei schätzen die Vögel besonders. Hier an den Kasseteichen in Muxall hat der Ornithologe Wilfried Knief schon bis zu 50 Silberreiher gesehen. Am Tag des Abfischens der Karpfenteiche der Zucht von Kristiane und Gerhard Göttsch waren es immerhin 20, doch heute ist keiner da. Da die Teiche jetzt fast trocken liegen, finden die Vögel hier kaum noch Nahrung

Große, wirtschaftlich verwertbare Fische wie Karpfen „sind nichts für die Reiher“, erklärt Knief. Für Silberreiher sind die kleinen Fische interessant, die für sie erst greifbar sind, wenn der Wasserstand sinkt.

"Fast ganzjährig da"

Der ehemalige Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte ist häufig unterwegs, um nach Silberreihern Ausschau zu halten. Da die Vögel nicht an feste Standorte gebunden sind, ist ihr Bestand schwer zu erfassen. In seinem demnächst erscheinenden Beitrag für den Artenschutzbericht des Umweltministeriums geht Knief von einem maximalen Rastbestand von landesweit etwa 1000 Silberreihern im Oktober aus. Den Anteil in der Probstei schätzt er auf zehn Prozent.

Zum ersten Mal wurde zwar schon 1938 ein Silberreiher am Großen Binnensee bei Hohwacht beobachtet, doch bis Ende des 20. Jahrhunderts blieb es bei Einzelbeobachtungen. Erst danach nahm der Bestand – begünstigt durch die stärkere Anreicherung von Nährstoffen in Gewässern und vielen milden Wintern, aber auch besseren Schutz der Feuchtgebiete – sehr rasch zu, sagt Knief: „Es ist verblüffend, wie schnell das ging.“ Im Jahr 2005 haben erstmals Silberreiher hier überwintert. Nur im Sommer sind sie weg, gebrütet hat hier bislang offenbar noch kein Paar. „Das erwarten wir eigentlich jedes Jahr – wahrscheinlich zuerst am Rande einer Graureiher-Kolonie“, sagt Knief. Die Zahl der Graureiher schätzt er landesweit auf fast 10 000: „Die sind jetzt fast ganzjährig da, die ziehen auch im Winter kaum noch weg.“

Ökologisch wertvolle Flächen

Früher gab es Silberreiher vor allem in Ungarn, der Ukraine und Weißrussland. „Dort sind sie gnadenlos verfolgt worden“, erklärt Knief. Neben der Regulierung großer Flüsse und der Trockenlegung von Sumpf- und Überschwemmungsgebieten habe vor allem der Abschuss während der Brutzeit – denn nur dann tragen sie die damals für die Hutmode begehrten Schmuckfedern – in Osteuropa „praktisch ausgerottet“. Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts erholte sich die Art allmählich und besiedelte zunehmend andere Teile Europas. Silberreiher sind „Anzeiger für ökologisch wertvolle Flächen“, betont Knief. Besonders extensiv oder gar nicht genutzte Teiche sowie feuchte Grünland-Niederungen an Seen – in denen sie Mäuse jagen – locken sie an. Dazu gehören neben den Kasseteichen und dem Bornbrook in Probsteierhagen sowie der Lagune in Bottsand zum Beispiel auch die Jarbek-Niederung am Passader See, in der Knief schon bis zu 70 Silberreiher beobachten konnte. Häufig zu sehen sind Silberreiher zum Beispiel auch in der Umgebung des Lanker Sees und an der Pohnsdorfer Stauung.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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