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Ein Schritt raus aus der Pflegefalle

Projekt „Ein-STEP“ Ein Schritt raus aus der Pflegefalle

Die Entbürokratisierung im Pflegebereich ist das erklärte Ziel der Bundesregierung. Die schleswig-holsteinische Landesregierung zieht da voll mit.

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Mehr Zeit für die Pflege: Das Projekt „Ein-STEP“ spart nach ersten Erfahrungen bis zu 30 Prozent ein und stärkt zudem das Selbstwertgefühl des Pflegepersonals.

Quelle: dpa

Plön. Am Dienstag warb Gesundheitsministerin Kristin Alheit vor Heim- und Pflegedienstleitern des Kreises Plön für das Projekt „Ein-STEP“. Es soll vor allem die beim Personal unbeliebte Dokumentation erleichtern und gleichzeitig Fachkompetenzen fördern.

 „Die Dokumentation ist Mist“, sprach die Ministerin gleich zu Beginn Klartext. Alle Beteiligten auf Bundesebene seien sich einig, dass es eine neue Regelung geben müsse. Das neue Projekt sei lange überfällig. „Sie wollen ja pflegen und nicht dokumentieren“, rief sie den etwa 40 anwesenden Pflegeleitern im Kreishaus zu. Ihr Wunsch sei, dass jede vierte Pflegeeinrichtung im Land sich an dem Strukturprojekt beteiligt. Derzeit liege die Quote bei 21,6 Prozent (127 stationäre und 101 ambulante Einrichtungen).

 Das Projekt „Ein-STEP“ (Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation) wurde vom IGES Institut GmbH Berlin entwickelt und wird derzeit in einigen Bundesländern ausprobiert. Erste Erfahrungsberichte sprechen von 30 Prozent Zeitersparnis in ambulanten und 20 Prozent in stationären Pflegeeinrichtungen.

 Daneben soll es aber auch helfen, Ängste beim Pflegepersonal abzubauen, wie Johann Weigert, Leiter des zentralen Qualitätsmanagements der Dana-Senioreneinrichtungen, erläuterte. Das „Gefühl, für eine Prüfinstanz zu dokumentieren“, belaste die Mitarbeiter. Die geforderte Dokumentation aller Behandlungsschritte sei durchweg „angstgetrieben“ („Habe ich etwas vergessen?“). Diese werde „auf Reset“ gesetzt, sagte Weigert. Ziele des neuen Systems seien etwa ein „rationaler Umgang mit Risikoeinschätzungen“, aber auch die Stärkung der „Fachlichkeit der Pflegenden“ und nicht zuletzt die Zeitersparnis „durch schnelle Orientierung und bessere Übersichtlichkeit“. So würden zum Beispiel biografische Daten in einer „strukturierten Informationssammlung“ erfasst. Auf dem Berichtsblatt seien dann lediglich noch „Abweichungen“ zu notieren.

 Plöns Landrätin Stephanie Ladwig erhofft sich darüber hinaus von dem Projekt eine Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs. „Der Anteil der Senioren an der Einwohnerzahl des Kreises wird sich bis 2030 auf 31 Prozent erhöhen“, erklärte sie. Im Jahr 2012 habe dieser Anteil noch 24 Prozent betragen. Deshalb müsse man sich unbedingt mit dem massiven Mangel an Fachkräften in der Pflege auseinandersetzen und zeigen: „Das ist ein schöner Beruf.“

 Ministerin Alheit bedankte sich für das Engagement des Kreises Plön. Die Veranstaltung zeige den Einrichtungen, dass sie in der Umstellungsphase die Heimaufsicht auf ihrer Seite hätten.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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