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121 Küken großgezogen

Bilanz der Projektgruppe Seeadlerschutz 121 Küken großgezogen

In diesem Jahr verzeichnete die Projektgruppe Seeadlerschutz 98 Brutpaare, von denen 86 die Familienplanung erfolgreich abschließen konnten und insgesamt 121 Küken großzogen. Eigentlich war die magische Zahl von 100 besetzten Horsten schon geknackt.

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Der Gewinnsparverein der Volks- und Raiffeisenbanken unterstützt die Arbeit der Projektgruppe Seeadlerschutz mit 2500 Euro, von links: Gewinnsparverein-Geschäftsführer Georg Präkert, Heinz Boldt, der Gründer der Projektgruppe Seeadlerschutz, und Hans-Wilhelm Hagen, Vorstand der Volksbank Eutin Raiffeisenbank.

Quelle: Peter Thoms

Rathjensdorf. Der anerkannte Dithmarscher Vogelkundler Uwe Robitzky hatte der in den 90er-Jahren noch steif und fest behauptete, in Schleswig-Holstein sei aufgrund der Biotope und des Nahrungsangebots Platz für maximal zehn Seeadler-Brutpaare. Er lag mit seiner damaligen Einschätzung total daneben. Inzwischen sind noch 93 Horste besetzt, weil drei Raviere im Laufe des Jahres verwaisten, da die Altvögel um Leben kommen waren.

 Der Bestand des deutschen Wappenvogels hat sich also gut erholt. Endgültig vorbei sind die Zeiten, in den die wenigen Horste rund um die Uhr bewacht werden mussten, um Eier- und Kükendiebe abzuschrecken. „Die fünf Horste“, wie zum Beispiel in Rathjensdorf bei Plön, „die ehrenamtliche Vogelschützer während der Brutzeit genau im Auge haben, dienen mittlerweile eher der Öffentlichkeitsarbeit als der Bewachung“, wie Volker Latendorf von der Projektgruppe in diesem Zusammenhang mitteilt.

 Kann der deutsche Wappenvogel auch an Vogelgrippe erkranken und sterben? Beim ersten Ausbruch der Vogelgrippe vor zehn Jahren sei kein an Grippe verendeter Adler verzeichnet worden, so Heinz Boldt, der Gründer der Projektgruppe. Auch aktuell sei nichts bekannt. Daraus ableiten, dass Adler immun gegen die Grippeviren sind, könne man jedoch nicht: Sollte sich ein Adler beim Fressen von Aas infiziert haben, werde man den Greifvogelkadaver nicht so einfach entdecken. Die Vögel würden sich zum langsamen Sterben in dichtes Unterholz zurückziehen – ein Totfund wäre ein großer Zufall.

 Anders sieht es bei anderen Todesursachen aus. Boldt gießt einen Wermutstropfen in die gute Bilanz: 25 Seeadler starben im Laufe des Jahres an Vergiftungen, Nachstellungen oder Kollisionen mit Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen. Vor allem den Bau von immer mehr Windrädern sieht Boldt kritisch – spätestens nachdem er einen verletzten Adler unter einem Windrad geborgen hatte, dem durch die Kollision mit dem Windrad ein Flügel glatt abgetrennt worden sei.

 Mit Blick auf den präparierten Seeadler („...ihm hilft diese Spende nicht mehr…“) übergab Gerd Präkelt, der Geschäftsführer des Gewinnsparvereins der Volks- und Raiffeisenbanken in Norddeutschland, einen Scheck über 2500 Euro an Boldt: „Danke für die tolle Arbeit“. Die Projektgruppe kann das Geld gut gebrauchen, denn die Beringung von Küken kostet laut Boldt 4000 Euro pro Jahr – von den Tierarztkosten bei verletzten und Untersuchungskosten bei toten Adlern ganz zu schweigen.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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