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Protest gegen Neubaupläne

Hohwachter Bucht Protest gegen Neubaupläne

Am Strand von Hohwacht schlagen die Wellen hoch. Geplante neue Ferienappartements hinter der Düne und ein gekündigter Pachtvertrag mit einem Fischimbiss sorgen für Streit. Auf den Bürgermeister und die Gemeindevertreter prasseln Vorwürfe ein.

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Das Umfeld am Strand von Hohwacht verändert sein Aussehen. Vier Gebäudekomplexe sollen hinter der Düne entstehen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Hohwacht. Bereits seit zehn Jahren plant Hohwacht an neuen Unterkünften für Urlauber in bester Lage. Unternehmer Richard Anders, der schon zwei gut gehende Hotels im Ort besitzt, will vier Gebäudekomplexe erbauen lassen. Dafür benötigt er ein Stück vom großen Parkplatz der Gemeinde am Ende der Seestraße. Und nun kommen Wilfried „Fischi“ Bumann und seine Tochter Petra Weber ins Spiel. Ihr Fischimbiss steht in einer Ecke des Parkplatzes. Die 240 Quadratmeter Grundfläche sind nur von der Gemeinde gepachtet. Und weil Hohwacht die Verluste an Stellflächen etwas kompensieren möchte, hat sie den Vertrag zum 30. September gekündigt. Alles fristgerecht und korrekt. Und laut Bürgermeister Matthias Potrafky war das den Beteiligten auch klar, dass irgendwann die Zeit für den Imbiss ablaufen würde. Doch „Fischi“ und seine Tochter kämpfen seit einigen Wochen intensiv gegen die Schließung. Sie haben eine Liste mit über 2000 Unterschriften ihrer Kunden beim Bürgermeister abgegeben, die die Fischbude behalten wollen. Immerhin gibt es Fischi schon seit 44 Jahren. In den sozialen Netzwerken hagelt es Sympathiebekundungen. Die Wogen könnten sich allerdings glätten. Direkt im Anschluss an den Imbiss besitzt Petra Weber einen Minigolf-Platz. Und das ist ihr eigener Boden. Die wenigen Meter dorthin will sie Fischis Imbiss umziehen lassen. Entsprechende Anträge für eine Gastronomie will sie stellen.

 Weber und einige Unterstützer gehen aber noch weiter. Sie sammeln Stimmen in einer Onlinepetition gegen die Ferienappartements am anderen Ende des Platzes. Über 300 Unterschriften – davon rund 100 aus der Gemeinde – sind dabei zusammengekommen. „Die Bauten verschandeln Hohwacht“, sagt Petra Weber, die gemeinsam mit vielen anderen Widerspruch gegen die Pläne eingelegt hat. Sie lässt sich dabei von einem Anwalt vertreten.

 Bürgermeister Potrafky muss in diesen Tagen deswegen viel Böses über sich und andere Ortspolitiker im Internet lesen. Sie würden das schöne Hohwacht mutwillig zerstören und ihre Macht missbrauchen. „Wem drängt sich da nicht die Frage auf: Wer macht sich da die Taschen auf Kosten des Ortes voll?“ heißt es in einem Eintrag. Die zum Teil böswilligen Anfeindungen in den sozialen Netzwerken lässt Potrafky nicht an sich heran. Sagt er zumindest.

 Er versucht immer wieder, Irrtümer in der Argumentation zu widerlegen. Nein, es entstünde keine gemeinsame Häuserfront, wie eine Zeichnung auf Facebook nahelegt, sondern vier eigene Komplexe, die einen Abstand von etwa acht Metern hätten. Mit einem Mansardendach und weißer Fassade wie bei den Appartements und Gebäuden nebenan üblich. „Hohwacht verändert an dieser Stelle sein Bild, aber die Gemeinde verliert dadurch nicht ihren Charme.“ Angesichts der auf 2150 gesunkenen Bettenzahl im Ort benötige Hohwacht neue Unterkünfte.

 Bis Freitag haben Bürger die Gelegenheit, den Bebauungsplan für den Dünenweg in der Amtsverwaltung einzusehen sowie Kritik und Bedenken zu äußern.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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