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Protest mit Stranddisteln

Bauprojekt in Hohwacht Protest mit Stranddisteln

Die Gegner von neuen Ferienappartements in Hohwacht gehen offenbar auch mit dubiosen und unlauteren Methoden gegen das Projekt vor. Die Stranddisteln, die vor wenigen Wochen auf dem Gelände aufgetaucht sind, entpuppten sich als anderenorts abgeschnittene Pflanzen.

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Mittlerweile ist der abgeschnittene Stängel der Stranddistel (Vordergrund) vertrocknet. Im Internet kursieren Fotos, die suggerieren, hier wachse die seltene Pflanze.

Quelle: Gemeinde Hohwacht

Hohwacht. Bürgermeister Matthias Potrafky ist empört darüber, dass die Unbekannten mit einer geschützten Pflanze, die sie selbst vernichtet haben, die geplanten vier Gebäude verhindern wollten. Er spricht von „Umweltfrevel“. Mit dem Vorgang beschäftigt sich nun die Untere Naturschutzbehörde des Kreises, weil die Stranddistel eine seltene und geschützte Art ist. Es gibt nur einen Standort in der Gemeinde Hohwacht, an der sie wächst. Es wird als Ordnungswidrigkeit geahndet, Zweige der Pflanzen abzuschneiden.

 Ein vereidigter Gutachter untersucht seit Längerem und regelmäßig die Fläche zwischen Parkplatz und Düne in Hohwacht auf biologische Besonderheiten. Als zwei Fotos von Stranddisteln Mitte August im Internet auftauchten, ging er erneut los und schaute sich die vermeintliche Neuansiedlung an. Ein neuer Standort von Stranddisteln in Hohwacht wäre eine kleine Sensation gewesen und hätte das Bauvorhaben möglicherweise verhindert. Auf seinen Fotos ist zu sehen, dass die Stängel mit einem kleinen Spaten oder einer Schaufel eingegraben wurden und nicht natürlich an dieser Stelle aufgewachsen sind. Eine Pflanze fand sich auf dem Gelände, das überbaut werden soll, eine weitere seeseitig vor der Promenade im Dünenbereich. Sie sind mittlerweile vertrocknet.

 Die Fotos von Stranddisteln tauchten im Zusammenhang mit einer Online-Petition von Petra Weber auf, der der Minigolf-Platz in der Nähe gehört und die die Neubauten als „Verschandlung“ des Ortes ansieht. 316 Personen haben ihren Aufruf gegen die Ferienappartements unterzeichnet. Die angebliche Entdeckung von Stranddisteln auf der zukünftigen Baufläche spielten in ihrer Petition die wichtigste Rolle. Selbst wenn an dieser Stelle nicht gebaut werde, so heißt es da, würden die Bagger dennoch alles zerstören. Entsprechend wütend reagierte die Internetgemeinschaft auf das Bauvorhaben. Weber selbst kann sich auf Anfrage der Kieler Nachrichten nicht erklären, wie die abgeschnittenen Stranddisteln auf das Grundstück gekommen sind.

 Die Fotos stammen, so legt es der Internetauftritt nahe, von einer Katharina Wagner, nach Angaben von Weber einer Urlauberin aus Bayern. „Super. Es gibt sie wieder oder noch“, schreibt sie unter das bei Facebook am 8. August eingestellte Foto. Auf ihrer Aufnahme sieht die Stranddistel kerngesund aus. Die Fotografin wählte keine Detailfotos, sondern eine generelle Übersicht über das Gelände mit den relativ klein abgebildeten Pflanzen im Vordergrund.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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