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Schild warnt vor dem Wolf

Rantzau Schild warnt vor dem Wolf

Spaziergänger in der Gemeinde Rantzau staunen nicht schlecht, wenn sie an einem Feldweg nahe dem Ortsteil Hohenhof vorbeikommen. Auf einem Schild, erklärt eine „Forstverwaltung“, dass auch hier Wölfe nach Beute Ausschau halten. Der Wolfsbeauftragte des Landes, Jens-Uwe Matzen, hält das für „totalen Unsinn“.

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Ein Schild warnt vor Wölfen in der Rantzauer Feldmark. Die Passanten werden sogar aufgefordert, besonders auf ihre Kinder aufzupassen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Rantzau. Wer das Schild aufgestellt hat, ist unklar. Es steht nämlich nicht dabei, welche Forstverwaltung der angebliche Urheber ist. Eines ist aber sicher. Eine staatliche Stelle war es nicht, wie der Begriff Verwaltung vielleicht nahe legt. „Wir würden so etwas nicht aufstellen“, sagte der Direktor der schleswig-holsteinischen Landesforsten, Tim Scherer, der sich ein lautes Lachen nicht verkneifen kann. „Die Menschen kommen auf die verrücktesten Sachen.“ Auch er hält den Inhalt des Textes für „vollkommenen Unsinn“.

 Der Wolfsbeauftragte Matzen vermutet wie Scherer, dass Jäger das Schild installiert haben, um Menschen aus dem Wald oder einem Gebiet fernzuhalten. Derartige Exemplare gebe es mittlerweile in jedem gut sortierten Fachgeschäft zu kaufen, so Matzen. Auch mit anderen Warnhinweisen möchten die Jäger, Spaziergänger aus ihren Revieren fernhalten. „Vorsicht Zecken“ sei ein weiteres Schild, das einen Warneffekt entfalten soll, hat Matzen beobachtet. Bundesweit würden mittlerweile solche Hinweise aufgehängt.

 Matzen sieht in der Aktion nur ein unnötiges „Schüren von Ängsten“. Dabei sei die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spaziergänger einen Wolf zu Gesicht bekommt, sehr gering. Und wenn, dann nur aus großer Entfernung und nur, wenn der Wind dem Wolf nicht den Geruch des Menschen in die Nase wehe. Sobald die Tiere Menschen allerdings wahrnehmen, flüchteten sie. Ihm sei kein Fall bekannt, in dem ein Wolf in Schleswig-Holstein aggressiv gegenüber Menschen aufgetreten sei. „Da ist ein Wildschwein wesentlich gefährlicher.“

 Nur in wenigen Fällen fehlt den Wölfen die natürliche Scheu gegenüber Menschen, so geschehen in Niedersachsen. Dort hat sich ein Wolf aus dem Rudel vom Truppenübungsplatz Munster immer wieder in Wohngebiete gewagt. Aber auch hier habe es bei den Begegnungen kein aggressives Verhalten gegeben, betont Matzen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
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