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Förderverein pocht auf Reaktivierung

Strecke Plön-Neumünster Förderverein pocht auf Reaktivierung

Die Bahnstrecke von Plön nach Neumünster war seit ihrer Stillegung im Jahr 1995 immer wieder mal Gegenstand von Spekulationen. Jetzt unternimmt der Förderverein Ostholsteinbahn einen neuen Anlauf zur Reaktivierung der Strecke.

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Nach Bahnverkehr sieht das nicht aus, stellt Peter Knoke fest: Über die Trasse Plön-Neumünster ist in den vergangenen Jahren buchstäblich Gras gewachsen.

Quelle: Norbert Biss

Plön. Der Vereinsvorsitzende Peter Knoke aus Plön fordert „ein Mindestmaß an Unterhaltung“. Baumwurzeln würden sich durch das Schotterbett graben und den Bahndamm angreifen. Wenn nicht bald etwas unternommen werde, würden „zukünftige Sanierungskosten massiv steigen“. Konkret verlangt Knoke den sofortigen Rückschnitt der Bäume auf der gesamten Strecke von 26 Kilometern, die Übernahme der eisenbahnrechtlichen Verantwortung durch das Land und ein Konzept für die Reaktivierung. „Die Vegetation ergreift immer mehr Besitz von der Strecke. Ein Durchstopfen wird in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein.“ Er meint damit das Freilegen der Gleise. Auch Anlieger der Trasse seien durch den „unkontrollierten Baumwuchs“ betroffen: So sei etwa von der ausgestellten Ölpumpe am Heimatmuseum Wankendorf bald nichts mehr zu sehen.

 Die Aufschiebung der Entscheidung über die Reaktivierung produziert aus Sicht des Vereins „nur Unmut und höhere Kosten“. Immer mehr Menschen würden die Bahn als „sicheres, zügiges und umweltfreundliches Verkehrsmittel“ schätzen. Plöns Bürgermeister Jens Paustian sieht in der Verbindung nach Neumünster sogar die Chance einer „Anbindung Plöns an das ICE-Netz – ohne den Umweg über Kiel“. In jedem Fall aber wäre nach seiner Einschätzung die touristische Nutzung der Bahntrasse eine Option.

 Für die Deutsche Bahn war die Linie schon 2009 erledigt. Der Antrag auf Entwidmung wurde jedoch vom Eisenbahn-Bundesamt abgewiesen. Einen zweiten Versuch zog die Bahn selber zurück, weil das Land Schleswig-Holstein die Trasse nicht endgültig aufgeben wollte. 2014 wurde die Strecke in den Infrastruktursicherungsvertrag übernommen, wie Dennis Fiedel, Sprecher der Nah.SH GmbH in Kiel, auf KN-Anfrage bestätigte. „Das bedeutet, dass die Strecke als Bahntrasse gesichert ist. Grundsätzlich unterhält die Deutsche Bahn die Strecke dann auch“, so Fiedel.

 Aus dem Mund von Bahn-Sprecherin Sabine Brunckhorst klingt das so: „Es liegt derzeit kein Auftrag für eine Sanierung der Strecke vor. Nach einer Wiederinbetriebnahme für den ÖPNV würde selbstverständlich regelmäßig Vegetationspflege vorgenommen.“

 Den Anhängern der „Ostholsteinbahn“ (Vereinsslogan Die Schiene kommt zurück) genügt das natürlich nicht. Sie wollen in erster Linie die Reaktivierung. „Bahnstrecken sichert man am besten, indem man sie befährt“, sagt Peter Knoke.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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