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Riesengroße Hilfsbereitschaft

DRK-Kleiderkammer Lütjenburg Riesengroße Hilfsbereitschaft

Von der rosa Baby-Mütze bis zur blauen Regenjacke: Die Bürger aus Lütjenburg und Umgebung spendeten große Mengen an Kleidung für die Flüchtlinge in der neuen Landesunterkunft. DRK-Vorsitzender Bernd Bormann war rundum begeistert von der „riesengroßen“ Hilfsbereitschaft aus der Region.

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Ein Team von DRK-Helferinnen sortiert mit großem Engagement Hemden, Hosen und Jacken in der neuen Kleiderkammer der Flüchtlingsunterkunft (von links): Anne Kock, Sabine Hoft, Heike Pöhls, Martina Schröder und Roswitha Korsten.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Die Helfer kamen am ersten Öffnungstag der neuen Kleiderkammer am Montag kaum mit dem Sortieren der Kleidungsstücke nach. Gegen Mittag wurden die Kartons knapp, in die die Sachen nach Größen geordnet gelegt wurden. Mit der Ausgabe beginnt das DRK zwar offiziell erst nach Weihnachten, aber wegen der Not einiger Flüchtlinge, die nur in kurzen Hosen und einfachen Schuhen in Lütjenburg eintrafen, gab es schon in vielen Fällen vorher Kleiderhilfe.

 Veronika Schindler, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Unterkunft wohnt, übergibt Spiele, Kleidung und Tragetaschen. Sie sah mit eigenen Augen, wie einige der Menschen ohne Schuhe und Strümpfe herumliefen. Schindler arbeitet beim Jobcenter und kümmert sich dort um die Vermittlung von Zuwanderern. Immer wieder fiel ihr auf, wie dünn bekleidet die Menschen zu den Terminen erschienen. Nach den Feiertagen will sie noch mehr Sachen spenden. „Ich muss dafür aber auf den Boden, und das schaffe ich vorher nicht.“

 Ein Lehrer aus Lütjenburg bringt kleine Säcke mit Legosteinen, Barbiepuppen und Playmobil-Zubehör. Seinen Namen möchte der hilfsbereite Pädagoge aber nicht in der Zeitung lesen. „Wenn das die Omas und Opas lesen würden. Das waren einmal Weihnachtsgeschenke von ihnen an unsere Kinder.“

 Sönke Ruser aus Kühren schleppt einen großen Karton mit Kleidung herein. Der Kleiderschrank habe mal wieder ausgeräumt werden müssen. Von der Spendenaktion hat er aus der Zeitung erfahren. Eine Frau aus Laboe legt Gutscheine von Lütjenburger Mode- und Schuhgeschäften in Höhe von 200 Euro auf den Tisch.

 Eine große Begeisterung und Hilfsbereitschaft ist bei den Menschen zu spüren, die an die Sammelstelle treten. Eine Euphorie, die auch die freiwilligen DRK-Helfer antreibt und beflügelt. Martina Schröder aus Flehm (Gemeinde Högsdorf) lobt die Spender. „Alle Sachen sind gewaschen. Da macht das Sortieren Spaß.“ Sie will helfen, wo sie kann, weil die Flüchtlinge dringend Kleidung benötigen. „Ich will auch zeigen, dass das keine Wilden sind, die zu uns kommen. Die sind glücklich, wenn sie ihre Ruhe haben.“

 Noch ist die neue Kleiderkammer im früheren Lehrgebäude der Kaserne mehr Improvisation denn Organisation. Aus irgendwelchen Gründen sind die Regale für das Lager noch nicht eingetroffen. Der Strom für das Heizgerät im Sortierraum und die Lampe kommt über ein Notkabel ins Haus. DRK-Vorsitzender Bormann spricht vom „organisierten Chaos“. Aber die große Menge an Hilfsgütern, die schon am ersten Tag eingetroffen sind, stimmen ihn glücklich. 25 Freiwillige stehen ihm zur Seite. Dringend werden noch weitere Sortierhelfer gesucht, die sich unter Tel. 04381/4153277 bei ihm melden können.

 Neben Kleider- und Spielzeugspenden wünscht sich Bormann derzeit Malbücher, Schreibhefte und Stifte für die Kinder in der Einrichtung. „Die müssen unbedingt etwas zu tun haben.“ Demnächst beginnt er mit der Einrichtung eines Freizeitbereichs. Dafür sucht er noch Billardtische und robuste Tischkicker.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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