16 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
DRK Lütjenburg räumt Kleiderkammer

Landesunterkunft DRK Lütjenburg räumt Kleiderkammer

Die Landesunterkunft für Flüchtlinge in Lütjenburg nähert sich ihrer endgültigen Schließung. Das DRK rückt zum 1. Dezember mit seiner Kleiderkammer ab. Wohin aber mit den Abertausenden von Hemden, Hosen und Jacken? Am Wochenende öffnet der wohl größte Kleider-Flohmarkt des Landes.

Voriger Artikel
Nur Kunden parken gratis
Nächster Artikel
Am Tobringer soll gebaut werden

DRK-Vorsitzender Bernd Bormann und seine Stellvertreterin Bärbel Harder vor einem Regal mit Kleidung: Das Haus 8 auf dem ehemaligen Kasernengelände in Lütjenburg öffnet für einen großen Kleider-Flohmarkt.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Lütjenburg Giekau, Bernd Bromann, weiß nicht, welche Mengen in den Kartons und Regalen lagern. Vielleicht 1000 Winterjacken? Vielleicht 2000 Hemden? Die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung füllte das Haus 8 auf dem ehemaligen Kasernengelände bis in den Keller. Als die Unterkünfte in Putlos und Salzau schlossen, kamen auch diese Sachen nach Lütjenburg.

 Im Juli verließen die letzten der einst 471 Flüchtlinge die Landesunterkunft. Die übervolle Kleiderkammer blieb zurück. Andere derartige Einrichtungen im Land sind ebenfalls überreich bestückt. Was kann das DRK nun machen? Ein Kleider-Flohmarkt am Sonnabend und Sonntag, 15. und 16. Oktober, soll Abhilfe schaffen. Von 10 bis 14 Uhr ist die Kleiderkammer für Schnäppchenjäger geöffnet. In fünf großen Räumen steht die Ware bereit – von Kinderschuhen bis hin zum Ausgeh-Anzug. Wer kommt, der sollte Zeit mitbringen. Damit der Verkauf nicht im Chaos versinkt, werden die Besucher nur nach und nach eingelassen.

 Den Erlös will das DRK für verschiedene Zwecke verwenden. Er fließt in die Seniorenarbeit, die geplante Gründung einer Jugend-Rotkreuz-Gruppe in der Stadt und an die Selbsthilfegruppe Leben mit Krebs.

 Außerdem spart das DRK schon für ein Sozialkaufhaus in Lütjenburg, über das seit 2008 diskutiert wird. Bisher scheiterten die Pläne an fehlenden Räumen. Daher sind Bernd Bormann und seine Stellvertreterin Bärbel Harder auch unglücklich, dass sie das ehemalige Kasernengelände verlassen müssen. Das Haus 8 wäre aus ihrer Sicht von der Größe und Raumaufteilung ideal für ein Sozialkaufhaus, in dem es günstig gebrauchte Kleidung und ein wenig Hausrat geben soll. Harder: „Hier bleiben zu dürfen, wäre wie ein Sechser im Lotto.“ Man könne sofort loslegen. Menschen und Material seien vorhanden. Auf das Ehrenamt könne sich das DRK verlassen. 7400 Stunden leisteten die Helfer in der Zeit der Flüchtlingshilfe in der Kleiderkammer. Unterstützung kam dabei von den Ortsvereinen Blekendorf, Waterneversdorf, und Rantzau/Dannau. Bis zu 50 freiwillige Kräfte – vorwiegend Frauen – sortierten am Anfang die Kleiderspenden nach Art und Größe, um sie an die Menschen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak weiterzugeben.

 Lütjenburgs Bürgermeister Dirk Sohn steht hinter der Idee eines Sozialkaufhauses, aber nicht an diesem Standort. Der bauliche Zustand sei zu schlecht. „Energetisch ist das alte Gebäude eine Katastrophe.“ Man habe die Bausubstanz genau untersucht. Im Ergebnis sei das Haus 8 „durchgefallen“, um es zukünftig sinnvoll zu nutzen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

THW-Spieltage online
live verfolgen, mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3