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Füchse werden ausgesperrt

Saisonvorbereitung im Naturschutzgebiet Bottsand Füchse werden ausgesperrt

Gut einen Meter hoch war der Zaun, der die Brutflächen im Naturschutzgebiet Bottsand vor Wendtorf schützen sollte. Dennoch gelang es im vergangenen Jahr einem Fuchs hineinzugelangen. „Deshalb rüsten wir jetzt auf“, sagt Carsten Harrje. Zusammen mit Helfern baute der für das Gebiet zuständige Referent des Naturschutzbundes Nabu aus Laboe jetzt für die neue Brutsaison einen höheren Zaun auf.

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Aufbau: Carsten Harrje (Mitte) und Mitarbeiter der Werkstatt Eiderheim bereiten alles für den Zaun vor.

Quelle: Thomas Christiansen

Wendtorf. Nach dramatischen Rückgängen der Brutbestände hatte der Nabu vor fünf Jahren am Ende des Nehrungshakens vor Wendtorf noch selbst einen Elektro- und Maschendrahtzaun aufgebaut, seitdem holt sich der Naturschutzverband Hilfe von der Werkstatt Eiderheim. „Das ist eine erfahrene Truppe“, sagt Harrje. Am Vortag hatte er bereits zusammen mit dem Ornithologen Wilfried Knief aus Probsteierhagen alles bereit gelegt, nun werden die Pfähle gerammt und der Zaun aufgezogen.

 Mit dabei ist auch Dieter Eckert aus Kiel-Schilksee. Er wird ab dem 5. Mai drei Wochen lang als Vogelwart in dem 91 Hektar großen Schutzgebiet tätig sein. Dann kann er das Geschehen auch von dem Anfang 2014 am Brutfeld aufgestellten Beobachtungsturm aus verfolgen.

 In den 1960er-Jahren hatten hier nach Angaben von Harrje noch bis zu 60 Paare der selten gewordenen Zwergseeschwalben gebrütet. Die für den Bau der Nestmulden notwendigen vegetationsarmen Sand- und Schotterflächen sind hier früher immer wieder durch An- und Umlagerungen am Strand entstanden. Der Bau der Steinmole der Hafenausfahrt Wendtorf hat aber die natürliche Bildung neuer Sandhaken gestoppt. Seitdem bildete sich auf dem Bottsand eine dichte Dünenvegetation, die den Strandbrütern – außer Zwergseeschwalben auch Sandregenpfeifer, Küstenseeschwalben und Rotschenkel – keinen Platz ließ und Füchsen Deckung bot. Die Zahl der Brutpaare sank immer weiter.

 Erst ein Elektrozaun sorgte wieder für einen leichten Anstieg. Der verlor jedoch um die Jahrtausendwende seine Wirkung, weil die Flächen immer stärker zuwuchsen und es immer schwieriger wurde, die Drahtlitzen ausreichend zu isolieren – der Bestand sank auf wenige Brutpaare. Dann befreite der Nabu 2011 eine 1500 Quadratmeter große Fläche vom Bewuchs und baute um sie sowie den angrenzenden Strandabschnitt herum einen besseren Zaun auf. Im vergangenen Jahr wurden wieder 30 Brutpaare gezählt.

 Der Bruterfolg lag nach dem Eindringen des Fuchses Ende Juni aber letztlich nur bei 19 ausgeflogenen Jungvögeln von 28 Paaren. Wie es dem Fuchs gelungen war, in das Brutgebiet zu kommen, ist unklar. „Er muss wohl über den Zaun gesprungen sein“, vermutet Harrje. Das wird ihm in dieser Saison nicht mehr gelingen: Der neue Zaun ist 1,80 Meter hoch.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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