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Schau über die letzten Kriegstage

Plön Schau über die letzten Kriegstage

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Westeuropa. Ein wichtiges Kapitel spielte auch in der Stadt Plön, die zur Nordfestung ausgebaut werden sollte. Wie erlebte die Plöner Bevölkerung diese dramatischen Tage, die Zeit davor und danach? Diesen Fragen ging das elfköpfige Team der Geschichts-AG der Gemeinschaftsschule am Schiffsthal (GSaS) nach.

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Die elf Schüler der Geschichts-AG an der Plöner Gemeinschaftsschule mit ihrem Lehrer Dirk Meußer (rechts) und Fregattenkapitän Ingo Buth präsentieren im Kreismuseum eine persönliche Ausstellung zum Kriegsende in Plön.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Die Schüler entwickelten die Sonderausstellung 70 Jahre Kriegsende im Kreis Plön, die gestern im Kreismuseum eröffnet wurde. Vom 22. April bis 2. Mai richtete Großadmiral Karl Dönitz sein Hauptquartier in einem Barackenlager in Stadtheide ein. Verschiedene Ministerien wurden nach Plön verlagert, sodass die Kreisstadt nach dem Suizid Adolf Hitlers am 30. Mai für drei Tage zum Regierungssitz des Deutschen Reiches wurde.

 Unterstützt wurden die Schüler bei der Vorbereitung der Schau von dem GSaS-Fachbereichsleiter Geschichte Dirk Meußer und Fregattenkapitän Ingo Buth, der den Nachwuchshistorikern einen Blick in die militärhistorische Sammlung der Marineunteroffizierschule ermöglichte. Als weitere Quellen wertete die Gruppe verschiedene Ausgaben des Ostholsteinischen Tageblatts (Plöner Zeitung) sowie lokale Geschichtsbücher und Aufsätze aus den Jahrbüchern für Heimatkunde aus. Ebenfalls beleuchtet werden das Internierungslager, das auch als „Kral“ bekannt wurde, die Situation der Flüchtlinge, der Einzug der Briten und die Entnazifizierung.

 Zudem wurden mit Friedrich Lamp (86 Jahre aus Plön) und Hans Adolf Delfs (88 Jahre aus Preetz) auch zwei Zeitzeugen befragt, deren Erinnerungen die ohnehin schon sehr informative Darstellung auf 14 Schautafeln sehr persönlich machen. So beschreiben die beiden Männer, wie sie kurz vor Kriegsende eingezogen wurden und als letztes Aufgebot die anrückenden englischen Truppen aufhalten sollten.

 „Die Männer waren damals so alt wie wir heute und sollten in den Krieg ziehen“, stellten Charlotte Peters und Finja Witt fest. Aus Sicht der heutigen Jugend sei das kaum vorstellbar. Gerade deshalb sei eine derartige Ausstellung gegen das Vergessen so wichtig, sind sich Buth und Meußer einig. Denn dass in Deutschland vielleicht auch durch die wache Erinnerung und Mahnung seit 70 Jahren Frieden herrsche, sei nicht selbstverständlich, wie ein Blick in die Welt zeige.

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