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Keine Antwort aus Kiel

Schill-Kaserne Keine Antwort aus Kiel

Ziehen Flüchtlinge in die frühere Schill-Kaserne in Lütjenburg ein oder nicht? Ende September hatte die Stadt dem Land das Angebot gemacht, die leer stehenden Mannschaftsunterkünfte zu kaufen und als Flüchtlingsquartier zur Verfügung zu stellen. Bislang gab es aus Kiel keine Antwort.

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„Vorsicht Schußwaffengebrauch“, warnt ein altes, mit Flechten bewachsenes Schild auf dem Gelände der früheren Schill-Kaserne. Ob Flüchtlinge in die Mannschaftsunterkünfte ziehen, ist noch unklar.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Bürgermeister Dirk Sohn (CDU) platzte auf der Stadtvertretersitzung am Mittwoch der Kragen: „Innenminister Studt betont immer die Zusammenarbeit mit den Kommunen in der Flüchtlingsfrage. Ich habe da meine Zweifel“, sagte Sohn sichtlich aufgebracht. Er beklagte die sehr schlechte Kommunikation mit dem Innenministerium. Ansprechpartner in Kiel seien nicht zu erreichen. Sein Eindruck sei, dass die Landesregierung völlig überfordert ist.

 Sohn erläuterte noch einmal, warum die Stadt selbst die Initiative ergriffen hat. Grund sei ein privater Investor gewesen, der die Wohngebäude der Kaserne kaufen und gegen eine sehr hohe Miete als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stellen wollte. In diesem Fall hätte die Stadt zukünftig jeglichen Einfluss auf diesen Teil des Kasernengeländes verloren. Für den Fall, dass das Land die Gebäude zu einer Notunterkunft macht, stellte Sohn eine Reihe von Forderungen. Er erwarte dann vom Innenministerium, „zügig“ Gelder zu bekommen. Mit der Integration der Menschen müsse sofort angefangen werden, wenn sie Lütjenburg erreichten. Selbst für den Fall, dass sie später in andere Städte und Gemeinden weiterzögen. Sohn forderte auch zusätzliches Personal im Rathaus vom Land ein, um die Aufgabe überhaupt bewältigen zu können. Im Gespräch sind bis zu 1000 Flüchtlinge, die in Lütjenburg übergangsweise unterkommen sollen. „Wenn der Innenminister die Stadt ernst nimmt, dann muss er diese Wünsche erfüllen.“

 Er appellierte auch daran, abgelehnte Asylbewerber konsequent abzuschieben. Im Amt Lütjenburg lebten derzeit noch 40 Personen, deren Antrag nicht anerkannt worden ist. „Wir benötigen diesen Wohnraum dringen für Menschen, die aus Kriegsgebieten flüchten.“

 Bürgervorsteher Siegfried Klaus plant nun, in einer Einwohnerversammlung über die Flüchtlingsfrage zu informieren. Der Termin ist zunächst für Donnerstag, 12. November, angesetzt.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
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Schill-Kaserne
Foto: Die Mannschaftsquartiere der früheren Schill-Kaserne in Lütjenburg werden in den nächsten Wochen für Flüchtlinge hergerichtet. Mit der Reparatur der gekappten Versorgungsleitungen wird demnächst begonnen.

Die ersten Flüchtlinge ziehen voraussichtlich schon Ende November in die Quartiere der früheren Schill-Kaserne in Lütjenburg ein. Am Freitag tagten bereits Vertreter der Stadt, der Polizei und des Landes im Lütjenburger Rathaus, um den Fahrplan für die Einrichtung der Unterkünfte zu besprechen.

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