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Neue Unterkunft für 1000 Flüchtlinge?

Lütjenburg Neue Unterkunft für 1000 Flüchtlinge?

Lütjenburg erhält möglicherweise nun doch eine große Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der früheren Schill-Kaserne. Die Stadt ist bereit, die acht großen Mannschaftsunterkünfte zu kaufen und dem Land als Quartier für bis zu 1000 Menschen zur Verfügung zu stellen.

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Die Natur hat sich im Bereich der acht Mannschaftsunterkünfte in der früheren Schill-Kaserne breit gemacht.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Nach Angaben von Bürgermeister Dirk Sohn liegt ein entsprechendes Angebot auf dem Tisch von Innenminister Stefan Studt. Der nicht enden wollende Flüchtlingsstrom treibt die Entwicklung in Lütjenburg voran. Bereits vor einem Jahr reiften bereits Pläne, die Wohnbereiche der Kaserne in Unterkünfte für Asylbewerber umzubauen. Im vergangenen Mai ließ das Innenministerium die Stadt aber schriftlich wissen, dass Lütjenburg endgültig aus den Planungen heraus sei. Man habe genügend Platz in Kiel, Lübeck und Flensburg. Doch das war vor der großen Welle von Menschen, die seit dem Spätsommer zumeist auf der Balkanroute nach Deutschland gelangen.

 Eine private Investorengruppe gab nun den Anstoß dazu, dass die Lütjenburger Stadtoberen vor wenigen Tagen die Dinge selbst in die Hand nahmen. Sie bot an, die Kasernengebäude zu kaufen und als Flüchtlingsunterkünfte an das Land weiterzuvermieten. Nach Berechnungen von Sohn hätten die Unternehmer innerhalb von fünf Jahren bis zu 45 Millionen Euro an Mieten kassiert. Ein Vielfaches dessen, was sie selbst investieren wollten. Für den Staat Deutschland ein ganz mieses Geschäft, wie Sohn findet. Die Stadt hätte zudem jeglichen Einfluss auf die weitere Gestaltung der Wohnbereiche verloren. Deshalb die Initiative Lütjenburgs.

 Was passiert, wenn das Land Ja sagt? Lütjenburg würde die Flächen relativ zügig vom Bund erwerben und dem Land mietfrei zur Verfügung stellen. Die anderweitigen Verkaufsbemühungen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) sind bereits bis zu einer Entscheidung gestoppt. Das Land müsste seinerseits die Mannschaftsunterkünfte renovieren und unterhalten. Sie sind äußerlich und im Inneren zumindest auf den ersten Blick einigermaßen in Schuss. Das größte technische Problem: Mit dem Auszug der Bundeswehr im Dezember 2012 wurden sämtliche Versorgungsleitungen gekappt. Sohn schätzt, dass die Unterkünfte innerhalb von zwei bis drei Monaten instand gesetzt werden könnten.

 Die bis zu 1000 Flüchtlinge blieben nicht auf Dauer im 5500 Einwohner zählenden Lütjenburg. Die Unterkunft würde als Zweigstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster geführt werden. Sobald für Flüchtlinge eine Wohnung in einer Gemeinde oder Stadt gefunden ist, würden sie Lütjenburg wieder verlassen.

 Der CDU-Politiker Sohn stellt Forderungen an das Land. Er hält einen „massiven“ Ausbau des Sprachunterrichts für notwendig. Die deutsche Sprache sei die Basis für alle weiteren Dinge im Leben der Menschen aus Syrien oder Afghanistan. Wer nur aus wirtschaftlichen Gründen hier sei, müsse zudem Platz machen für die wirklichen Bedürftigen und müsse abgeschoben werden. Sohn fordert pragmatische Lösungen, um die Asylverfahren zu verkürzen. Auch könnten die Flüchtlinge selbst helfen. Zum Beispiel lebten im Amtsbereich Ärzte aus den Herkunftsländern der Menschen. Sie könnte man in die medizinische Betreuung einbinden.

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Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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Schill-Kaserne
Foto: Die Mannschaftsquartiere der früheren Schill-Kaserne in Lütjenburg werden in den nächsten Wochen für Flüchtlinge hergerichtet. Mit der Reparatur der gekappten Versorgungsleitungen wird demnächst begonnen.

Die ersten Flüchtlinge ziehen voraussichtlich schon Ende November in die Quartiere der früheren Schill-Kaserne in Lütjenburg ein. Am Freitag tagten bereits Vertreter der Stadt, der Polizei und des Landes im Lütjenburger Rathaus, um den Fahrplan für die Einrichtung der Unterkünfte zu besprechen.

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