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Kirchbarkau kämpft um Markttreff

Schließung Kirchbarkau kämpft um Markttreff

Am 23. Oktober schließen die Türen des Markttreffs in Kirchbarkau. Dann steigt die Fisole GmbH, die erst vor einem Jahr die Nachfolge von Heinz-Jürgen Harms als Betreiber angetreten hatte, „aus wirtschaftlichen Gründen“ aus. Die Gemeinde sucht nun nach Möglichkeiten, ihren Laden zu behalten.

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Bürgermeister Franz Schwarten erläutert in der Einwohnerversammlung die neuen Entwicklungen im Markttreff.

Quelle: Silke Rönnau

Kirchbarkau. Es war voll im Dorfhaus: Weit über 150 Besucher aus Kirchbarkau und den Nachbarorten waren am Mittwochabend zur Einwohnerversammlung geströmt, in der Bürgermeister Franz Schwarten die neue Entwicklung beschrieb. „Wir müssen sehen, wie wir die Kuh vom Eis bekommen“, erklärte er. Er sei schon überrascht, „dass Fisole von heute auf morgen gesagt hat, das lohnt sich nicht mehr“. Nur wenige Tage vorher habe man noch zusammengesessen und sei „im Guten auseinandergegangen“.

 Er habe sich sofort mit allen Gemeindevertretern und bürgerlichen Mitgliedern in den Ausschüssen zusammengesetzt, um die Lage zunächst intern zu besprechen, berichtete Schwarten. Denn erst Ende April hatte die Gemeindevertretung beschlossen, den Markttreff zu sanieren und dafür viel Geld in die Hand zu nehmen. 400 000 Euro sind für die Investitionen wie Klimaanlage, Kühl- und Kassensystem, Vorbau und behindertengerechten Umbau eingeplant, davon fließen 300 000 Euro als Zuschüsse. Nun steht die Gemeinde vor der Situation, dass der Umbau starten könnte, aber kein Betreiber da ist. Trotzdem wurde intern deutlich, dass man das Risiko eingehen und weitermachen möchte. Diesen Beschluss muss die Gemeindevertretung nun noch in einer öffentlichen Sitzung bestätigen.

 Der eigene Laden sei wichtig für die Infrastruktur des Dorfes, betonte Schwarten. Und auch sein Stellvertreter Frank Jedicke erklärte, dass man mit Fachleuten beraten habe, ob sich der Erhalt lohnt. „Und wir sind alle der Meinung, dass er wirtschaftlich läuft, wenn alle dazu beitragen.“ Das Geschäft müsste pro Jahr einen Umsatz von 600 000 Euro erwirtschaften. „Die Entscheidung treffen wir mit unseren Füßen und unseren Portemonnaies“, appellierte er an die Einwohner, auch vor Ort einzukaufen. Natürlich gebe es Konkurrenz in Flintbek und Meimersdorf. „Wir müssen an dem Bewusstsein arbeiten, dass dies unser Laden ist.“

 Er sagte aber auch, dass die 100 000-Euro-Investition bei einem Scheitern verloren wäre. Das Geld will die Gemeinde, die keine eigene Rücklage mehr hat, zinslos aus dem Topf der Klärwerks-Rücklage leihen.

 In der Versammlung wurde schnell deutlich, dass auch die Anwesenden das Geschäft im Ort halten möchten. „Es gibt viele, die nicht hier wohnen, aber trotzdem ein großes Interesse haben, dass der Laden bleibt“, sagte der frühere Warnauer Bürgermeister Günther Danklefsen, der darin vom jetzigen Amtsinhaber Karl Oberem unterstützt wurde. „Wenn jeder Einwohner 70 Euro im Monat dort ausgibt, ist das doch zu schaffen“, meinte ein Zuhörer. „Wenn wir die Förderung jetzt nicht annehmen, ist der Laden auf ewig tot“, sagte ein anderer.

 Jedicke schlug ein Genossenschaftsmodell vor. Wer sich denn beteiligen würde, fragte er in die Runde. Die Mehrheit der Zuhörer hob spontan die Hand. Jetzt brauche man nur noch jemanden als Sprachrohr und Motor, so Jedicke. Der ehemalige Betreiber Harms meldete sich: „Ich stelle mich zur Verfügung.“

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Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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