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Das Sauerfleisch ist legendär

Schneekloth's Gasthof Das Sauerfleisch ist legendär

Seit 50 Jahren steht Inge Mundt hinterm Tresen in „Schneekloth’s Gasthof“ in Brasbek. Das Gebäude am Dorfteich ist seit 1850 im Familienbesitz und noch immer ein Mittelpunkt im dörflichen Leben. Das bekam die Gastwirtin zu ihrem Jubiläum deutlich zu spüren. Denn kaum einer im Ort ließ sich das Gratulieren nehmen.

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Inge Mundt übernahm „Schneekloth’s Gasthof“ in Barsbek 1966 vom Großvater ihres Mannes.

Quelle: Astrid Schmidt

Barsbek. Die Überraschung war gelungen: Zum Jubiläum banden Nachbarn und Freunde eine Girlande, die den Eingang des historischen Gebäudes ziert. Ein Zeichen für die enge Verbindung der Gastronomin mit dem Ort, auch wenn sich die Zeiten stark geändert haben, wie Inge Mundt erzählt. Längst schließt sie ihre Tür am Sonntag nicht mehr um 10 Uhr auf, um die schon Schlange stehenden Gäste zum Frühschoppen einzulassen. „Früher klopften sie schon, wenn die Tür nicht pünktlich offen war. Aber seit gut zehn Jahren kommt keiner mehr“, erzählt Inge Mundt.

 Sie hatte das Geschäft gemeinsam mit ihrem Ehemann Hans-Jochen 1966 von dessen Großvater Hans-Theodor Schneekloth übernommen. „Zweimal war es an andere Gastwirte verpachtet, aber das lief nicht, da fragte der Großvater uns“, erinnert sich Inge Mundt. Dabei sei der Anfang schwer gewesen. „Wir waren jung und unerfahren, mussten erst einmal renovieren, und immer, wenn wir ein bisschen Geld hatten, steckten wir das ins Haus“, erzählt die Jubilarin. Doch es klappte alles gut. Sie stand hinterm Tresen, ihr Mann als gelernter Fleischer ging ihr in der Küche zur Hand. Er arbeitete aber nebenbei noch als Lkw-Fahrer und Schlachter.

 Der Gasthof war Treffpunkt und Vereinslokal für den TSV Barsbek, den Sparklub, die Schweinegilde und die Feuerwehr. Hans Nissen veranstaltete Kinderfasching im Saal. Sie richteten etliche Familienfeiern aus. Legendär: Das Sauerfleisch von Inge Mundt.

 Doch dann gab es gravierende Einschnitte. Der Bau des Dorfgemeinschaftshauses zählte dazu, der Sportverein bekam sein Vereinsheim, und die Feuerwehr zog schließlich auch aus. Vor sechs Jahren starb ihr Mann, doch sie machte weiter, unterstützt von „ihren Mädels“, wie Inge Mundt ihre Helferinnen liebevoll nennt. Ihre beiden Söhne wollen das Geschäft nicht übernehmen. So bleibt reichlich Nostalgie und die alte Musikbox, die nicht mehr richtig läuft. „Die Platten sind alle noch vorhanden“, sagt Mundt. Doch sie ist realistisch und weiß: „Das Gaststättenwesen hat sich eben geändert.“ Dennoch: Der Vorschlag ihres Sohnes, das Jubiläum gleich mit einem großen Restetrinken zu verbinden, ist für Inge Mundt nicht akzeptabel. „Nee, nee, ein paar Jahre will ich noch machen“, verspricht die 75-Jährige.

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