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Schnelle Hilfe für Problemfamilien

Kreis Plön Schnelle Hilfe für Problemfamilien

Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD), der sich um Problemfamilien im Kreis Plön kümmert, erhält Verstärkung. Der Kreistag beschloss am Donnerstag, möglichst schnell eine Springerstelle einzurichten. Der ASD hatte zuvor einen Rekord an Krankheitstagen gemeldet.

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Der Allgemeine Soziale Dienst schlägt wegen eines hohen Krankenstandes Alarm.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Plön. Infolgedessen konnte er seine sozialen Aufgaben nur mehr schlecht als recht erfüllen. Landrätin Stephanie Ladwig legte dramatische Zahlen vor. Allein bis zum 11. Juni fielen beim ASD bereits 441 Krankentage an. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2014 waren es nur 321. Besonders betroffen ist der Standort in Schönberg, wo gleich zwei Mitarbeiter ausfielen. Dort konnten teilweise 50 Prozent der Dienstzeiten nicht besetzt werden. Ladwig sprach von einer „extremen Überlastung“ der verbliebenen Mitarbeiter, die dadurch selbst krank würden. Mit der neuen Stelle will der Kreis nun die anfallenden Lücken im Personalbestand stopfen. Finanzielle Folgen für den Kreis hat die Entscheidung vorerst nicht. Die Krankenkassen übernehmen im Krankheitsfall nach sechs Wochen die Lohnzahlungen. Der Kreis hat allein bis zum 30. Juni dadurch 51 Wochen ohne eigene Gehaltszahlungen verbucht. Ladwig: „Die Springerstelle ist voll gegenfinanziert.“

 Von der SPD, den Grünen, FWG, Linken und dem Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses, Klaus Blöcker (CDU), erhielt Ladwig volle Unterstützung. Beke Schöneich-Beyer: „Wir können die Familien nicht vertrösten. Wir müssen schnell handeln, bevor es für ein Kind zu spät ist.“ Ähnlich äußerte sich Melanie Stoßberg (SPD): „Wir müssen Farbe bekennen und schon vor dem Haushalts-Kreistag die Stelle schaffen.“ Ingrid Bredereck-Mallas sprach von „Falschgeiz“, wenn man in dieser Situation auf eine Neueinstellung verzichten würde. Der Kreis habe schließlich die Verantwortung für die Kinder und die Mitarbeiter, erklärte sie.

 Das sahen die Fraktionen CDU, FDP und UWG ganz anders. CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Kalinka konnte nicht erkennen, dass es im Kreis Plön zu Situationen beim ASD gekommen sei, in denen zum Beispiel Kinder bei der amtlichen Betreuung vernachlässigt wurden. Er sehe auch keine Zunahme der Fälle, sodass eine zusätzliche Stelle nicht gerechtfertigt sei. Kalinka: „Man muss sich die Frage nach der Ursache für den hohen Krankenstand stellen.“

 Martin Wolf, Chef der FDP-Fraktion, wies Vermutungen zurück, man sperre sich gegen Hilfen für sozial Schwache. Die Beratungen über die Springerstelle gehörten aber bis zum Haushalts-Kreistag verschoben.

 Am Ende stimmten 23 Abgeordnete für den Wunsch der Verwaltung nach einem neuen Mitarbeiter im ASD, 19 dagegen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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