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Stadtwerke gehen leer aus

Glasfaserausbau Stadtwerke gehen leer aus

Der Hauptausschuss der Stadt Plön hat am Montag die Muskeln spielen lassen: Er legt die Grundvereinbarung für den Bau eines Glasfasernetzes im Stadtgebiet in die Hände der Deutschen Glasfaser GmbH, teilte der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Stefan Plischka (CDU), mit.

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Die Deutsche Glasfaser Gmbh wird in Plön die Leerrohre für die Glasfaserkabel verlegen.

Quelle: Jörg Wohlfromm/Archiv

Plön. Ein Beschluss, der mehrheitlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefällt wurde und politisch brisant ist. Die zu gleichen Teilen von der Stadt Plön und der Stadt Eutin betriebene Stadtwerke-Versorgungs-GmbH wird nicht gerade gestärkt.

Schon zu Beginn der Sitzung war die Anspannung spürbar. Thorsten Pfau (SPD) hatte beantragt, die Bürgermeister-Stichwahl am kommenden Sonntag abzuwarten und den Beschluss zu verschieben. Seine Begründung: In einigen Tagen stehe fest, wer neuer Bürgermeister wird. Dieser müsse dann mit dem Beschluss leben und ihn umsetzen. Ein Antrag, der ohne Diskussion mit sechs zu drei Stimmen abgelehnt wurde.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Ingo Eitelbach, hatte im öffentlichen Teil der Sitzung die Erfolgsgeschichte der Stadtwerke skizziert und Werbung für „seinen“ Betrieb gemacht. Nachdem der Eigenbetrieb Stadtentwässerung und die Regiebetriebe Bauhof und Gärtnerei sowie die Stadt- und Straßenreinigung am 1. Januar 2008 in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) umgewandelt und damit die „Stadtwerke Plön“ gegründet waren, habe man unter anderem dank Rationalisierungsmaßnahmen (beim Bauhof) und besserer Eigenkapitalverzinsung (im Bereich der Abwasserentsorgung) das städtische Vermögen um über 3,3 Millionen Euro erhöht – nicht gerade in bar, aber zumindest bilanztechnisch.

Ein Ergebnis, das man weiter verbessern könne, wenn der Bäderbetrieb (Schwimmhalle und Freibäder) sowie die Breitbandversorgung („eine Entscheidung für Jahrzehnte und nachfolgende Generationen“) in die Hände der Stadtwerke gelegt würden, warb Ingo Eitelbach ein letztes Mal dafür, das stadteigene Unternehmen mit dem Vorantreiben des schnellen Internets zu betrauen.

Ein Wunsch, der ihm nicht erfüllt wurde, wie der Beschluss verdeutlicht – und der in der Vergangenheit aber offenbar auch nicht beharrlich genug vorangetrieben worden war. Stefan Plischka verteidigt die Entscheidung, die man monatelang vorbereitet habe. Mit der Deutschen Glasfaser GmbH beauftrage man das Unternehmen, das sich als einziges an einem sogenannten „Interessensbekundungsverfahren“ beteiligt habe. Ein Verfahren, an dem die Stadtwerke Plön nicht teilgenommen hätten. Das bestätigt Bürgermeister Jens Paustian und ergänzt: Der Aufbau einer Breitbandversorgung in Plön musste bundesweit ausgeschrieben werden. Nur, wenn es keinen Bewerber gegeben hätte, wären Fördermittel möglich gewesen.

Ein Thema, was auch im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt eine Rolle spielte. Die beiden Kandidaten für die Stichwahl, Stefan Meyer und Lars Winter, vertraten und vertreten unisono die Meinung, dass man den Stadtwerken zusätzliche Aufgaben geben sollte – damit könne man Geld verdienen. Beide bedauern den jetzt vorliegenden Beschluss, der auch nicht mehr von der Ratsversammlung abgesegnet werden muss. „Wir haben die große Chance, Geld zu verdienen und Arbeitsplätze in der Stadt zu schaffen, vertan“, bedauert Winter, aber der kommende Bürgermeister „muss mit der Entscheidung leben und das Beste draus machen“. Sein Mitbewerber Meyer ist der gleichen Meinung: Auch er akzeptiert die Entscheidung, aber „man täte besser daran, die Stadtwerke zu stärken und das Geld in der Stadt zu behalten, statt es einer von den USA finanzierten Firma zu überweisen.“

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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