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Bürgermeister Dirk Osbahr tritt zurück

Schönberg Bürgermeister Dirk Osbahr tritt zurück

Bürgermeister Dirk Osbahr tritt zum 31. August von seinem Amt zurück. Diese Entscheidung fiel im nicht öffentlichen Teil der Sitzung der Gemeindevertreter am Dienstag.

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Bürgermeister Dirk Osbahr tritt zum 31. August von seinem Amt zurück.

Quelle: Thomas Christiansen

Schönberg. Er habe die Belastung für seine Gesundheit und die Familie sowie die Rahmenbedingungen unterschätzt, sagte er im anschließenden KN-Gespräch. Osbahr übernimmt die Stelle des Bauamtsleiters im Amt Schrevenborn.

Die Sitzung hatte inhaltlich nicht viel versprochen, denn alle Themen waren bereits in Ausschüssen beraten worden. Doch Spannung kam auf, als der stellvertretende Bürgervorsteher Wolfgang Mainz die Tagesordnung im nichtöffentlichen Teil um den Punkt „Personalangelegenheiten“ ergänzte. Und dann platzte die Bombe: Dirk Osbahr bat um die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis auf Zeit zum 31. August. Nach anschließender Beratung ohne Osbahr fiel dann auch die Entscheidung: „Ja, dem stimmen wir zu.“ Alles Weitere müsse nun in den Fraktionen beraten werden, hieß es.

Am 1. Mai 2013 hatte Dirk Osbahr als hauptamtlicher Bürgermeister die Nachfolge von Wilfried Zurstraßen angetreten. Nun müsse er eingestehen, „nicht zur rechten Zeit am rechten Platz“ zu sein, räumte Osbahr ein. Zwar habe er selbst im Amt Probstei seine Verwaltungsausbildung absolviert und sei dort auch Kämmerer gewesen, bevor er 2004 als leitender Verwaltungsbeamter nach Dänischenhagen wechselte. „Ich kannte das Amt, aber vor der Verwaltungsstrukturreform. Die jetzigen Rahmenbedingungen machen es einem hauptamtlichen Bürgermeister ohne eigene Verwaltung sehr schwer“, so Osbahr. Diese Bedingungen habe er unterschätzt, gestand der 44-Jährige. Hinzu kam die zeitliche Belastung durch die Eigenbetriebe, die „eigentlich viel mehr Zeit verdient hätten, als ich ihnen widmen konnte“. Zudem habe er als parteiloser Bürgermeister stets um Mehrheiten kämpfen müssen.

„Doch das A und O für meine Entscheidung ist die zeitliche Belastung. Ich war selbst zu Hause nicht mehr zu Hause und hatte den Kopf nicht mehr frei für die Sorgen und Nöte meiner Frau und meiner vier Kinder“, schilderte Osbahr seinen Alltag. Und dies sei für ihn keine Lebensqualität. Dabei sei er eigentlich angetreten, um eine zweite Wahlperiode zu erreichen. „Aber wenn man merkt, dass man an seine Grenzen stößt und damit seine Gesundheit aufs Spiel setzt, muss man eine Entscheidung treffen“, sagte Osbahr. Den Anstoß, die Prioritäten ganz klar bei der eigenen Gesundheit und der Familie zu setzen, habe der ehemalige Innenminister Andreas Breitner gegeben, der beim jüngsten Schönberg-Talk seinen Rücktritt seinerzeit mit ebendiesen Argumenten begründet hatte.

Er sei dankbar für die Zeit, aus der er viele Erfahrungen und Kenntnisse mitnehme. Unter anderem auch, dass das Thema bauliche Entwicklung und Bauplanungsrecht eine spannende Materie sei, der er sich jetzt mit großem Elan widmen wolle. Er sei auch dankbar für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern und dem Hauptausschuss Schrevenborn. Denn dort war schon vor einer Woche die Entscheidung gefallen, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfuhr. „Ich wollte die Gemeindevertreter und die Mitarbeiter selbst informieren“, so Osbahr. Auf Verständnis für seine Entscheidung hoffe er bei den Bürgern, die ihn direkt gewählt haben. „Ich wünsche der Gemeinde einen Bürgermeister, der mit Elan und Gespür die Entwicklung der Gemeinde voranbringt“, erklärte Osbahr.

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Ein Artikel von
Astrid Schmidt

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