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Praktikum gegen Langeweile

Schönberg Praktikum gegen Langeweile

Marie-Luise Schwenk und Gisela Lüpping engagieren sich in Schönberg als Sprachpaten für Flüchtlinge. Doch das war ihnen nicht genug. Weil sie merkten, dass die Flüchtlinge Beschäftigung suchen, vermitteln sie Praktika in Betrieben – „damit sie in unsere Arbeitswelt eingeführt werden können“, sagt Schwenk.

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Gisela Lüpping (links) und Marie-Luise Schwenk sind Sprachpaten und vermitteln Praktikumsplätze an Flüchtlinge.

Quelle: Thomas Christiansen

Schönberg. Viele Flüchtlinge seien schon sehr lange da und hätten nichts zu tun. „Die fühlen sich gelangweilt“, erklärt Lüpping. Eine Beschäftigung zu finden ist aber nicht leicht. Die Probleme fangen oft schon damit an, dass die Papiere nach der Flucht „sehr zerpflückt“ sind, erklärt Schwenk. In solchen Fällen haben die beiden Frauen die Papiere eingeschweißt, damit sie wieder nutzbar sind.

 Zunächst hatten die beiden telefonisch Kontakt zu Betrieben in der Region aufgenommen – und meist Absagen erhalten. Anfangs waren die Firmen sehr skeptisch. Erst die direkte Ansprache war erfolgreicher: „Ich bin von Firma zu Firma“, erzählt Schwenk.

 Wenn ein Betrieb zusagt, stellen die beiden den Kontakt zur Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migranten in Schleswig-Holstein (ZBBS) in Kiel her, die mit ihrem Projekt „Be In“ (Beratung und Begleitung der beruflichen Integration von jungen Flüchtlingen) für eine Praktikumsvereinbarung einschließlich Versicherungsschutz sorgt. Im Normalfall dauert die Beschäftigung vier Wochen.

 Inzwischen haben die ersten Flüchtlinge ein Praktikum in Schönberg, Fiefbergen und Stoltenberg gemacht, und manche Betriebe waren so zufrieden, dass sie gern einen zweiten Praktikanten hätten. Deutlich sei die sehr positive Wirkung auf die Flüchtlinge: „Man merkt, dass sie danach mehr Selbstbewusstsein haben und einen viel offener anschauen“, sagt Schwenk.

 Begonnen hatten Lüpping und Schwenk ihr Engagement für Flüchtlinge als Sprachpaten. Die 65-jährige Lüpping war zuvor Lehrerin, allerdings nicht für Deutsch, sondern für Biologie und Chemie. Die 68-jährige Schwenk war bei der Diakonie tätig. Seit fast einem Jahr geben die beiden nun – zusammen mit derzeit zehn weiteren Sprachpaten – jeweils montags, mittwochs und freitags von 14 bis 16 Uhr im Schönberger Schulzentrum Sprachunterricht.

 Vor wenigen Tagen ist ein neuer Anfängerkursus mit 20 Teilnehmern gestartet. „Wir haben immer noch Anfragen, aber keinen Platz mehr“, bedauert Lüpping. Deshalb werden dringend weitere Sprachpaten gesucht, die sich bei ihr unter Tel. 04348/8323 melden können. Außerdem werden ehrenamtliche Musiklehrer für den wöchentlichen Kursus für Flüchtlinge im Jugendhaus gesucht. Gitarren, Keyboards und Saxofon sind vorhanden, aber keine Lehrer mehr. Wer helfen möchte, kann sich bei Marie-Luise Schwenk unter Tel. 04344/8107170 melden.

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