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Traditionspflege liegt ihr am Herzen

Probsteier Original Traditionspflege liegt ihr am Herzen

Wer etwas über die Probstei, ihre Sitten und Bräuche und insbesondere die Menschen dieser Region wissen möchte, findet in Hanna Kempfert eine schier unerschöpfliche Quelle der Erkenntnis. Die 76-Jährige kennt die Region wie kein anderer.

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Engagement für die Region aus Liebe zur Tradition: Hanna Kempfert aus Schönberg ist eine Quelle der Erkenntnis über die Probstei und ihre Bräuche.

Quelle: Astrid Schmidt

Schönberg. Hanna Kempfert lässt Besucher, Gäste, Neubürger und alle, die sich interessieren, an ihrem Wissen teilhaben.

Wer sie kennt, weiß: Hanna Kempfert nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht die Dinge aus, wie sie sind. Und das am liebsten op Platt. Ihr gehen nie die Argumente aus, wenn sie für eine gute Sache streitet. Hanna Kempfert ist ein echtes Schönberger Original.

Noch im alten Schönberger Krankenhaus, übrigens ebenso wie ihr Ehemann Otto Kempfert, wurde sie geboren. Ihr Vater Hans Adam Harder war in Schönberg Kätner, ihr Ur-Ur-Großvater stellte die Schönberger Keramik her, von der heute noch Teile im Probstei-Museum zu sehen sind. Kein Wunder, dass Hanna Kempfert mit ihrer Region und ihrer Gemeinde stark verbunden ist. Für die engagiert sie sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich auf vielerlei Weise. Sie gründete die Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), den Museumsvereins und den Förderverein für die Schönberger Kirche mit. Zehn Jahre lang hatte sie den Vorsitz des Probstei-Museums inne.

Bis heute mischt sie überall dort mit, wo sich Menschen für Tradition und Ortsgeschichte interessieren. „Mir liegt die Pflege der Tradition am Herzen und ich gebe gern mein Wissen weiter, weil ich möchte, dass die alten Dinge nicht vergessen werden“, sagt sie. Und jeder staunt, wenn sie wie aus dem Eff-Eff Jahreszahlen der Ortsentwicklung nennt oder auf Anhieb weiß, welches Haus im Ort wann wo gestanden hat, bevor es einem Neubau weichen musste. Sie kennt die Familienbande quer durch die Probstei, als wäre sie die lebende Ausgabe des Buches Probsteier Geschlechter. Ihr Motto: „Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“. So trägt sie auch ihre Probsteier Tracht, wann immer sich Gelegenheit bietet. Ihrer 14-jährigen Enkeltochter Klara schneiderte sie in frühestem Kindesalter dieses Kleidungsstück auf den Leib, natürlich originalgetreu. Denn: „Es muss schon alles stimmen“, sagt sie.

Ein Steckenpferd der agilen Seniorin ist die plattdeutsche Sprache. Die perfektionierte sie in acht Semestern Niederdeutsche Literatur an der Christian-Albrechts-Universität und bringt sie an, so oft es geht. Bis vor zwei Jahren bei Plattdeutschen Führungen durch das Museum oder historischen Ortsrundgängen, heute bei den Reisegruppen, die zu den Probsteier Korntagen Busse-weise die Strohfiguren besuchen. „So erleben unsere Gäste auch sprachlich unsere Region“, erklärt sie. Und natürlich ist sie dabei, wenn die Strohfiguren gebaut werden. Die haben in Schönberg traditionell einen engen Bezug zum Museum und zur Ortsgeschichte, sodass Hanna Kempfert auch dort ihre Kenntnisse einbringt.

Auch so manchem Journalisten hat die Schönbergerin Nachhilfe in Ortsgeschichte gegeben, damit Jahreszahlen, Abstammungsgeschichten und geschichtliche Fakten auch korrekt in der Zeitung stehen.

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Astrid Schmidt

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