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Janosch hilft beim Lesenlernen

Therapie-Hund Janosch hilft beim Lesenlernen

Ehrenamtliche Lesepaten gibt es schon länger an der Schule im Augustental in Schönkirchen. Seit einigen Wochen gehört auch ein Hund zum Team – mit Janosch wird die Lesestunde von den Klassen 2a und 2b zu einem besonderen Ereignis.

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Zum Abschied dürfen Per (von links), Batu, Christian und Linus den Lesehund noch einmal streicheln. Frauchen Evelyne Cammas (links) ist die ganze Zeit dabei und passt auf.

Quelle: Andrea Seliger

Schönkirchen. Der Klassenraum der 2b ist leer bis auf ein kleines Grüppchen am Boden: Evelyne Cammas, 27, Ergotherapeutin, Janosch, dreieinhalb, ausgebildeter Therapiehund, und drei Mädchen, die auf Teppichquadraten sitzen. Eine nach der anderen liest vor. Hexe Lilli und Drache Hektor haben sich auf die sagenhafte Insel Atlantis gezaubert und werden dort Zeuge, wie das Unwetter einsetzt, das schließlich für den Untergang verantwortlich ist. Hund und Frauchen lauschen aufmerksam, ohne zu kommentieren, die Atmosphäre ist ruhig und familiär. „Wollt ihr Janosch noch streicheln?“, fragt Cammas zum Abschluss. Ja, das wollen sie alle. Danach kommt die nächste Gruppe zum Vorlesen. Dass Hexe Lilli am Ende der Stunde mehrfach in Atlantis gelandet ist, mal flüssig vorgetragen, mal etwas zögerlich angesichts einiger langer oder ungewöhnlicher Wörter, stört Janosch gar nicht.

„Es ist schön, vorzulesen, wenn ein Hund zuhört“, findet Malin. „Vor allem, wenn man zu Hause keinen hat“, meint Maya, und auch Klassenkameradin Lia freut sich über diesen „besonderen“ Lesepaten. „Hunde sind meine Lieblingstiere“, sagt Linus, der überhaupt keine Scheu vor dem großen Schweizer Sennenhund kennt und schon zum Vorlesen direkt neben Janosch Platz genommen hat. Jonah ist da zurückhaltender, traut sich aber diesmal, Janosch zu streicheln.

Evelyne Cammas ist immer mit dabei, steckt dem „Lesehund“ ab und zu ein Leckerli zu und dirigiert behutsam das Geschehen. „Ich lasse die Kinder immer so drei, vier Minuten lesen, wie sie eben im Fluss sind“, erklärt sie, „es sollen alle drankommen“.

„Ich bin glücklich, dass es geklappt hat“, sagt Anne Heinemann, Koordinatorin der Grundschule. Vor allem schüchterne Kinder trauten sich vor den Hundeohren mehr. „Der Hund wertet nicht“, erklärt Cammas. Normalerweise unterstützt Janosch sie bei ihrer Arbeit. Die positiven Elemente tiergestützter Therapie ließen sich aber auch zum Lesenlernen nutzen. „Hoffentlich bleiben uns die beiden noch lange erhalten“, so Heinemann. Aber auch „menschliche“ Lesepaten sind weiter gefragt: „Wir suchen noch welche.“sel

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