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Lang und schwer schaukelt am längsten

Schüler experimentieren Lang und schwer schaukelt am längsten

Forschung fasziniert schon die Jüngsten. Das zeigt sich beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“, an dem sich die Grundschule Barkauer Land in Kirchbarkau schon seit Jahren beteiligt. Dafür wurde sie jetzt ausgezeichnet. Und auch drei Schüler waren wieder erfolgreich.

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Jonas Schittig (links) und Lönne Hoppe haben sich mit der Auswirkung von Sonnencreme auf Autolack beschäftigt. Dafür befragten sie auch Experten aus der Industrie.

Quelle: Silke Rönnau

Kirchbarkau. Bloß nicht mit Sonnencreme verschmierten Händen an den Lack fassen! Diesen Satz müssen Lönne Hoppe (10) und Jonas Schittig häufiger von ihren Eltern gehört haben, die stolze Oldtimer-Besitzer sind. Denn die beiden Viertklässler waren neugierig, ob die Fettflecken wirklich bleibende Schäden hinterlassen. Sie organisierten sich ein Autodach von Lönnes Onkel, der gerade ein Fahrzeug ausschlachtete. „Und dann haben sie im Dorf rund 30 verschiedene Sonnencremes gesammelt“, erzählt ihr Lehrer Oliver Piontkowski.

 Doch in den ersten Wochen tat sich nichts. Die Jungen versuchten es mit einer UV-Lampe und einem Fön. Sie machten einen Langzeitwärmetest mit 25 Grad über mehrere Wochen. Dann besorgten sie sich alte Tankdeckel und experimentierten weiter. Sie gaben Bekannten die Tankdeckel mit in den Urlaub. „Die gingen in alle Welt“, so Piontkowski. Doch erst im Solarium brannte der Abdruck ein. Ein Telefoninterview mit einem Lackentwickler von BASF brachte die Wende: „Er gab den Tipp, dass der Lack heiß sein muss, um einen Effekt zu erzielen.“ Und so konnten Lönne und Jonas nachweisen, dass bei Hitze die obere Klarlackschicht durch den Sonnencreme-Abdruck beschädigt wird. Die eingebrannte Stelle muss abgeschliffen und neu lackiert werden. Mit ihren Forschungen erreichten sie im Landeswettbewerb im Bereich Arbeitswelt den zweiten Platz.

 „Die Kinder lernen, auch mit Misserfolgen umzugehen“, so Piontkowski. Das Besondere an dem Wettbewerb sei auch das selbstgestellte Thema. „Das ist schwierig, aber auch gut, weil die Schüler sich etwas aussuchen, das sie wirklich interessiert“, erklärt der Lehrer. In der Schule werde dazu eine AG angeboten – mit dem Ziel, am Wettbewerb teilzunehmen. „Wir schauen auch selbst, wer naturwissenschaftlich interessiert ist und sich in Details vertiefen kann, und sprechen diese Kinder gezielt an.“

 Die Grundschule Barkauer Land gehört zu den Schulen in Schleswig-Holstein, die schon am längsten dabei sind. Dafür erhielt sie eine Auszeichnung vom Ministerium für Schule und Berufsbildung sowie vom Forschungsforum Schleswig-Holstein. Die Lehrer, aber auch die Eltern unterstützen die jungen Forscher. Denn die Ergebnisse müssen abgetippt und in einem maximal 15 Seiten langen Bericht präsentiert werden.

 Seine Berechnungen zur Schaukeloptimierung hat Kiran Dziennus (9) auf zehn Seiten zusammengefasst. Er wollte wissen, wie man möglichst lange schaukeln kann. „Dazu muss das Brett möglichst schwer und das Seil möglichst lang sein“, hat er anhand physikalischer Grundlagen herausgefunden. Loopings seien nicht möglich, „weil das Seil das nicht halten kann“, erklärt er. Geeignet seien alle Arten von Seilen – nur nicht, wenn es ein gummiartiges Band sei: „Dann müsste man sich auf dem Brett richtig anschnallen.“ Kiran belegte im Fachbereich Physik den ersten Platz.

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