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Wunderraum ist einsatzbereit

Schule am Kührener Berg Wunderraum ist einsatzbereit

Aus den Lautsprechern erklingt das Rauschen der Meeresbrandung. Eine Discokugel zaubert rund um das Wasserklangbett bunte Lichttupfer an die Wand. Der Wunderraum in der Schule am Kührener Berg in Preetz, der durch jugendliche Einbrecher zerstört worden war, kann nächste Woche wieder in Betrieb genommen werden.

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Schulleiter Holger Kaack-Grothmann freut sich, dass der Wunderraum – hier mit dem Wasserklangbett – wieder in Betrieb genommen werden kann.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Die Schule mitsamt Turnhalle war von den Einbrechern, die auch Feuer gelegt hatten, Mitte Mai vergangenen Jahres stark verwüstet worden. Außerdem versprühten sie, wie berichtet, im ganzen Gebäude Feuerlöschpulver. Dabei war ein Schaden von über 200 000 Euro entstanden.

 „Ab Dienstag wollen wir den Raum wieder nutzen“, erklärt Schulleiter Holger Kaack-Grothmann. Der Wunderraum ist ein besonderes Therapiemittel für die Mädchen und Jungen mit hohem Förderbedarf, die die Einrichtung besuchen. Mittelpunkt ist das Wasserklangbett, das auf bis zu 30 Grad erwärmt werden kann. Hier können sich die Schüler entspannen, indem sie auf die wechselnden Lichteffekte schauen sowie die beruhigenden Klänge und die Vibrationen genießen. Das Bett sei vor allem für die Kinder wichtig, die nur im Liegen therapiert werden könnten, so Kaack-Grothmann.

 Auf der anderen Seite des Zimmers sorgt eine sogenannte „Bubble-Säule“ für Aufmerksamkeit. „Wir sagen Blubber-Säule dazu“, meint der Schulleiter schmunzelnd und zeigt auf die Blasen im aufgewirbelten Wasser, die im wechselnden Farbenspiel bunt leuchten. Aufgestellt werden sollen noch weitere Therapiegeräte wie beispielsweise ein Klangbrett, an dem die Kinder verschiedene Geräusche einer bestimmten Farbe zuordnen können.

 „Ich war auch in den Weihnachtsferien hier“, erzählt Kaack-Grothmann. Eine Firma habe noch zwei Tage vor Heiligabend Geräte aufgebaut. Doch noch fehlten einige Einrichtungsgegenstände. Sie seien zwar bestellt, aber die Einzelanfertigungen hätten zum Teil lange Lieferfristen. In der Turnhalle würden die letzten Arbeiten erledigt, auch sie soll nächste Woche mit einer neuen Heizung sowie einer modernen Be- und Entlüftungsanlage wieder geöffnet werden. Auch der Vorratsraum für die Küche ist fertig. „Und wir können dann wieder den Fahrstuhl und den eigentlichen Haupteingang benutzen“, so Kaack-Grothmann: „So kehrt ein Stück Normalität zurück.“

 Er freut sich besonders über die große Hilfsbereitschaft. Bis Weihnachten seien zahlreiche Spenden eingegangen. „Diese Anteilnahme berührt uns sehr“, sagt er. „Und es ist ein bleibendes Gefühl für die Schüler, dass sie so mittendrin in der Gesellschaft sind.“ Eine große Feier will er zur Einweihung der sanierten Räume nicht veranstalten. „Das würde den Schrecken zu sehr ins Bewusstsein zurückrufen.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
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Der Fall der verwüsteten Schule am Kührener Berg in Preetz scheint aufgeklärt. Fünf Tage nach der Tat ermittelte die Polizei zwei 15-Jährige, die für die Randale und die Brandstiftung in dem Gebäude verantwortlich sein sollen. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf mittlerweile 200 000 Euro. Es könnte aber noch teurer werden.

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