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Schullandheim wird Flüchtlingsunterkunft

Hohwacht Schullandheim wird Flüchtlingsunterkunft

Das ADS-Schullandheim in Hohwacht ist Geschichte. Das Amt Lütjenburg kauft die Immobilie mit Wirkung zum 1. Februar. Amtsvorsteher Volker Schütte-Felsche und ADS-Vorsitzender Lothar Hay unterzeichneten am Dienstag den Kaufvertrag. Ab dem Frühjahr sollen Flüchtlinge hier eine erste Heimat in Deutschland finden.

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ADS-Geschäftsführerin Michaela Oesser (von links), Notar Oleg Schamerowski, ADS-Vorsitzender Lothar Hay und Amtsvorsteher Volker Schütte-Felsche freuen sich über den Vertragsabschluss zum Verkauf des ADS-Schullandheims.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Hohwacht. Die Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig (ADS) möchte sich schon seit Jahren von der Immobilie trennen, die sie seit Mitte der 90er-Jahre besaß. Lothar Hay führte dafür mehrere Gründe auf. Das wichtigste Argument: Mit nur 120 Plätzen für Schüler und Lehrer sei die Einrichtung in Hohwacht zu klein, um wirtschaftlich zu sein. Schullandheime müssten heute eine ganz andere Größenordnung haben. Zudem liege es nicht im Schleswiger Landesteil, dem sich die ADS aus seiner Geschichte heraus verbunden fühlt.

 Von den bisher zehn Mitarbeitern übernimmt das Amt zwei für den Betrieb der Unterkunft. Für die übrigen acht Angestellten verhandelt die ADS noch. Sie sollen einen Job in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Lütjenburg erhalten. ADS-Geschäftsführerin Michaela Oesser: „Das sieht gut aus. Wir haben dort den Türöffner gespielt.“

 730000 Euro stehen im Amtshaushalt für den Kauf, die Nebenkosten und den Umbau bereit. Dafür hat das Amt einen Kredit aufgenommen. Das Geld für Zinsen und Tilgung kommt aus Bundesmitteln, die für die Unterbringung von Flüchtlingen gezahlt werden. Das birgt allerdings ein Risiko für das Amt. Reißt der Flüchtlingsstrom abrupt ab, würden irgendwann Wohnungen in dem Gebäude leer stehen und die Bundesmittel nicht mehr gezahlt werden. Die sind gebunden an tatsächlich dort lebende Menschen. Ähnliche Folgen könnte es haben, wenn die Flüchtlinge nach Abschluss ihres Asylverfahrens Hohwacht wieder verlassen und auf diese Weise ein Leerstand eintritt. „Das macht uns Sorgen“, urteilte Amtsvorsteher Schütte-Felsche über die Situation.

 Angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen ist die Schaffung von weiterem Wohnraum aber für das Amt weiterhin dringend geboten. Zum Ende des vergangenen Jahres mussten pro Monat rund 40 Menschen in Lütjenburg und Umgebung dauerhaft untergebracht werden. Rechnet man mit 50 bis 70 Plätzen, die im Schullandheim entstehen, wäre die Einrichtung in weniger als zwei Monaten voll belegt.

 Das Amt lässt noch einige Dinge umbauen, bevor die ersten Bewohner einziehen können. Entgegen erster Pläne erhalten die Menschen ihre Mahlzeiten nicht durch einen Caterer geliefert, sondern kochen selbst. Vier kleine Küchen entstehen dafür in dem Gebäude. Einige der Einzelzimmer werden durch neue Türen miteinander verbunden, um Platz für Familien zu haben. Schütte-Felsche schätzt, dass ab dem 1. März „plus x“ die ersten Flüchtlinge nach Hohwacht ziehen.

 Die nächste große Immobilie zur Unterbringung von Flüchtlingen ist bereits in Planung. In Zusammenarbeit mit dem Amt will die Wankendorfer Baugenossenschaft einen Wohnblock in der Hindenburgstraße in Lütjenburg errichten. Das Gebäude soll nach dem Kieler Modell entstehen. Diese Standardhäuser könnten besonders günstig und schnell errichtet werden, so Schütte-Felsche.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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